Gelungene Standortbestimmung gegen Aufstiegskandidat Saarlouis
Die HSG Konstanz zeigte sich im Duell mit der von Jörg Lützelberger trainierten HG Saarlouis weiter verbessert und konnte ein intensives, umkämpftes Duell schließlich deutlich mit 31:27 (18:15) für sich entscheiden und viel Rückenwind in die letzten drei Wochen vor dem Saisonstart in die 3. Liga mitnehmen.
Bundesligaerfahrener Gegner
Der erfolgt für die Saarländer bereits am kommenden Samstag. Während die HSG noch etwas Zeit hat, stellte das Match in Allensbach die Generalprobe für die mit viel Erfahrung ausgestattete Mannschaft von Ex-HSG-Coach Jörg Lützelberger und Sportdirektor Markus Baur dar. Dementsprechend motiviert zeigte sich die HGS um ihre bundesligaerfahrenen Torjäger Lars Weißgerber und Yves Kunkel (acht Tore) sowie den ehemaligen polnischen Nationalspieler Hubert Kornecki. Die erwartete offensive, aggressive 3:2:1-Deckung bereitete den Konstanzern in den Anfangsminuten noch ein paar Probleme. Doch nach einigen Minuten fanden sie über den gesamten Spielverlauf immer wieder gute Lösungen, wirkten spritzig, ließen den Ball gut laufen und hatten Zug zum Tor und in die Tiefe.
Gute Lösungen gegen 3:2:1-Deckung
Neuzugang Lukas Dietrich setzte bereits in der Anfangsphase einige Duftmarken mit schönen Toren und glich nach fünf Minuten zum 4:4 aus. HG-Schlussmann Daniel Schlingmann sorgte mit einigen sehenswerten Paraden – unter anderem entschärften freien Gegenstößen dafür – dass sich zunächst weiter ein Kopf-an-Kopf-Rennen entwickelte. Jonas Hadlich tankte sich nach 20 Minuten zum 12:11 durch und drehte damit den 9:11-Rückstand. „Es hat ein wenig gedauert, bis wir genau gespürt haben, wie wir die Abwehr schließen und Druck machen müssen“, erklärte Vitor Baricelli. Mit der nötigen Geduld gelangen der HSG einige Ballgewinne und kam dadurch in das eigene Tempospiel. Zu Beginn habe etwas der Rhythmus gegen die 3:2:1-Abwehr gefehlt und es habe vielleicht ein bisschen Nervosität abgelegt werden müssen, resümierte der HSG-Trainer.
„Sehr guter Test, was uns in der 3. Liga erwarten wird“
Die zahlreich erschienen Zuschauer hatten in der Folge jedoch viel Freude am Auftritt ihrer Mannschaft in einer echten Standortbestimmung gegen einen starken Gegner. „Man hat gesehen“, so der EHF-Mastercoach, „dass kleine Nachlässigkeiten und ein Konzentrationsabfall sofort bestraft werden. Das war ein sehr guter Test, was uns in der 3. Liga erwarten wird.“ Konzentration und Intensität war das, was er gefordert hatte – und über weite Strecken des Spiels auch bekam. Mit einer 18:15-Führung ging es in die Kabine.
„Gesehen, dass wir auf diesem Niveau mithalten können“
In der ersten Viertelstunde des zweiten Durchgangs zeigten die Gelb-Blauen noch mehr Dominanz und zogen dank ihres variantenreichen Spiels von 24:21 auf 27:21 (49.) nach einem von Christos Erifopoulos verwandelten Siebenmeter davon. Da der letzte Wurf des agilen, sich in den letzten Wochen prächtig entwickelnden Linkshänder-Eigengewächses Jan Stotten Sekundenbruchteile nach der Schlusssirene im Netz zappelte, blieb es beim 31:27-Erfolg der Konstanzer. Die konnten dadurch weiter viel Selbstvertrauen tanken und sich erfolgreich gegen einen potenziellen Konkurrenten um den Aufstieg in die 2. Bundesliga durchsetzen. „Saarlouis hat große Ambitionen auf den Aufstieg. Wir haben gesehen“, nahm der 29-Jährige mit, „dass wir auf diesem Niveau bestehen können – wenn Intensität, Konzentration und Effektivität stimmen. Daran müssen wir weiterarbeiten, das müssen wir in jedem Spiel auf die Platte bringen.“ Für die HG Saarlouis war es die erste Testspielniederlage in diesem Sommer nach Erfolgen unter anderem bei Zweitliga-Aufsteiger Oppenweiler/Backnang und dem HSC Suhr Aarau aus der höchsten Schweizer Liga.
Wichtiger Sieg für das Selbstvertrauen
Neben dem sportlichen Aspekt war das Wiedersehen mit Lützelberger sehr herzlich. Für Baricelli fühlte sich das das Duell gegen seinen Freund und Trainerkollegen „schon etwas komisch an. Ich habe das versucht auszublenden und mich darauf konzentriert, das Spiel zu gewinnen. Der Sieg war sehr wichtig für unser Selbstvertrauen, egal welcher Trainer dort steht.“ Viel wichtiger und interessanter ist für den EHF-Mastercoach der Austausch im Nachgang an das Kräftemessen, in dem sich beide Seiten wertvolles Feedback für die weitere Saison geben werden. Baricelli: „Wir werden ganz offen über dieses Match sprechen und uns sicher gegenseitig noch die eine oder andere neue Sichtweise mitgeben können. Das macht uns beide nur besser.“
Letzter Test in Hard
Nach einem Teamevent mit Kanufahrern und zwei weiteren Trainingstagen erhalten die Spieler noch einmal ein paar Tage frei zur Regenation. Die Generalprobe für die HSG Konstanz findet dann am 30. August beim Vizemeister Österreichs in Hard statt. Am 6. September startet sie bei der SG Köndringen/Teningen mit einem Südbaden-Duell in die 3. Liga.
HSG Konstanz: Konstantin Pauli, Konstantin Poltrum (beide Tor); Michel Stotz (1), Sven Iberl, Lars Michelberger (2), Felix Spross (3), Christos Erifopoulos (3/2), Luca Schwormstede, Jo Knipp, Maxim Pliuto (4), Jan Stotten (4), Nikita Pliuto (2), Jonas Hadlich (3), Sören Fuhrmann, Lukas Dietrich (5), Mathieu Fenyö (3), Veit Schlafmann (1), Cedric Zenz.
Die Spiele im Überblick
GC Amicitia Zürich vs. HSG Konstanz 26:27 (12:14)
Pfadi Winterthur vs. HSG Konstanz 36:28 (19:15)
Kadetten Schaffhausen vs. HSG Konstanz 36:28 (17:12)
HSG Konstanz vs. Belfort AUHB 40:32 (22:16)
HSG Konstanz vs. HG Saarlouis 31:27 (18:15)
30. August, 13 Uhr, Sporthalle am See: HC Hard vs. HSG Konstanz
6. September, 20 Uhr: Saisonstart 3. Liga SG Köndringen-Teningen vs. HSG Konstanz
13. September, 20 Uhr: Erstes Heimspiel 3. Liga HSG Konstanz vs. TSV Neuhausen/Filder























