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„Wenn ich den reinmache, gewinnen wir“: Ersatzgeschwächte HSG unterliegt Essen

„Wenn ich den reinmache, gewinnen wir“: Ersatzgeschwächte HSG unterliegt Essen

Das tat weh: Die HSG Konstanz, hier Gregor Thomann, im Griff des Weltmeisters von 2007. Michael Hegemann entführte mit dem TUSEM Essen beide Punkte aus der Schänzle-Hölle.

 

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – TUSEM Essen 26:29 (13:11)

 

Stark ersatzgeschwächt, ohne die beiden Rückraumspieler Mathias Riedel und Felix Krüger sowie die Langzeitverletzten Stefan Hanemann und Sebastian Bösing, musste die HSG Konstanz nach einer 26:25-Führung und ohne eigenes Tor in den letzten fünf Spielminuten eine 26:29 (13:11)-Niederlage gegen den TUSEM Essen hinnehmen. Konstanz rangiert jedoch mit nun 14:14 Punkten nach wie vor auf Platz zehn der 2. Handball-Bundesliga.

 

Viel hat nicht gefehlt und die HSG wäre trotz der widrigen Voraussetzungen gegen Essen als Sieger vom Platz gegangen. Nach den empfindlichen Nackenschlägen kurz vor dem Spieltag mit dem verletzungsbedingten Ausfall von Mathias Riedel (Muskelfaserriss) und Felix Krüger (Infekt) war HSG-Trainer Daniel Eblen zum Improvisieren gezwungen. Der Rückraum ausgedünnt, der Mittelblock schwer dezimiert, hatte seine junge Mannschaft aber dennoch einen bravourösen, emotionalen Kampf gegen den großen Traditionsverein aus Nordrhein-Westfalen abgeliefert sowie mit dem großen Einsatz und Kämpferherz auch die erneut mehr als 1350 lautstarken HSG-Fans lange mit- und von den Sitzen gerissen.

 

50 Minuten waren gespielt da stand die Schänzle-Hölle vollends Kopf. Nachdem Justin Mürköster die Rot-Weißen aus dem Ruhrpott mit 24:22 in Führung gebracht hatte, kamen die Gastgeber noch einmal mit Macht zurück – und enormem Tempo. Erst Gregor Thomann mit seinem vierten verwandelten Siebenmeter – im vierten Versuch –, dann erneut Thomann, nur zehn Sekunden später im Tempogegenstoß nach toller Parade und sehenswertem Pass des eingewechselten HSG-Schlussmanns Patrick Glatt, und zum dritten durch den wieselflinken Rechtsaußen Gregor Thomann nach lediglich sieben weiteren Sekunden, wieder nach starker Parade von Glatt, ließen die Schänzle-Hölle beben. 25:24 nach etwas mehr als 49 Minuten Spielzeit. Konstanz außer Rand und Band.

 

Doch die kalte Dusche folgte bald. Noch einmal, wieder nach einem Thomann-Treffer per Siebenmeter, konnte der enthusiastische HSG-Anhang jubeln (26:25, 55.). Es sollte allerdings der letzte Torerfolg der Gastgeber gewesen sein. Für Gregor Thomann war jene Szene kurz nach seinem Führungstreffer entscheidend, als er zu seinem sechsten Strafwurf antrat – und ausgerechnet das erste Mal an Sebastian Bliß scheiterte. Also doch nicht das 27:25. „Wenn ich den reinmache“, sagte er niedergeschlagen nach einer ebenso bitteren wie unnötigen 26:29-Niederlage, „dann gewinnen wir, dann kommt Essen nicht mehr zurück. Da bin ich mir sicher.“ So aber witterten die Gäste gegen nun deutlich angeschlagen wirkende Konstanzer ihre Chance, hatten den Innenpfosten auf ihrer Seite, legten noch einmal zu – und drehten die Partie, während es nun bis zum Abpfiff keine weiteren HSG-Tore zu sehen gab. Stattdessen unterliefen dem Eblen-Team zahlreiche haarsträubende Fehlpässe und technische Fehler, die eiskalt bestraft wurden. „Da fehlte uns die Geduld und die Cleverness, wo wir einfach einmal ruhig machen und die Angriffe etwas länger ausspielen müssen“, erklärte Paul Kaletsch. „Auch in der Abwehr, wo wir zu kühn waren, zu schnell herausgehen und zu viele Tore über die erste und zweite Welle kassieren.“

 

„Mit unserem klar dezimierten Kader haben uns am Ende in wichtigen Situationen die Reserven gefehlt“, gab HSG-Cheftrainer Daniel Eblen zu. Auch Paul Kaletsch musste nach seiner Verletzungspause der Belastung Tribut zollen und fehlte als Entlastung. „Somit blieben mir von unserem Mittelblock von fünf Spielern noch zwei übrig. Deshalb mussten wir heute auch kurzfristig andere Abwehrsysteme als unser normales 6:0 spielen. Essen hat das natürlich gewusst und auf Tempo und diese Karte gesetzt.“ Lange Zeit hatte seine an diesem Tag noch jüngere Mannschaft dies gut gelöst, war mit 3:1 und 9:6 (16.) in Führung gegangen und konnte einen Zwei-Tore-Vorsprung auch mit in die Kabine nehmen, obwohl Essen zwischenzeitlich zum 10:10 (24.) ausgeglichen hatte. Der TUSEM hatte hier Mühe, das Tempo der HSG mitzugehen und musste reagieren. Ein besonderes Lob des HSG-Coaches erhielt dabei Benjamin Schweda, der, so Eblen, „wichtige Akzente im Angriff gesetzt hat und einige ganz wichtige Aktionen für uns hatte.“ Aber auch Michael Oehler wusste zu überzeugen. Fast 36 Zeigerumdrehungen mussten die Gäste daher nach der Umstellung auf eine 5:1-Abwehr auf ihre allererste Führung überhaupt beim 17:18 durch Noah Beyer warten. „Trotzdem war es unter diesen Umständen sicher kein schlechtes Spiel, man hat aber deutlich gemerkt, wie sehr uns Mathias Riedel gefehlt hat“, sagte Daniel Eblen. „Jeder in dieser Klasse kann Handball spielen, darum benötigen wir immer 100 Prozent für Punkte.“

 

Am Ende war die Enttäuschung groß, als der Altmeister aus Essen seinen Auswärtssieg-Tanz vollführte. „Wir haben es nicht geschafft“, so Gregor Thomann, „heute an unsere Leistungsgrenze zu kommen. Essen hat das aber auch gut gemacht und verdient gewonnen. Ich hatte gehofft, dass das Spiel beim 25:24 kippt, aber mein Fehlwurf hat dann erneut alles umgeworfen.“ Paul Kaletsch, nach seinem Comeback in Rostock vor zwei Wochen noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, bemängelte die Abwehrleistung: „Elf Tore in Halbzeit eins, 18 in der zweiten, das war sicherlich ein Faktor. Dazu hatten wir Probleme gegen die 5:1, was man aber noch durch eine gute Abwehr hinbekommen hätte können. Das haben wir aber nicht geschafft. Und als die Partie zu unseren Gunsten zu kippen schien, sind uns leider zu viele einfache Fehler unterlaufen. Das tut sehr weh, denn heute wäre mehr drin gewesen, auch wenn Essen natürlich verdient gewonnen hat.“

 

HSG Konstanz – TUSEM Essen 26:29 (13:11)

 

HSG Konstanz: Konstantin Poltrum (9 Paraden), Patrick Glatt (4 Paraden) (Tor); Fabian Schlaich (4), Benjamin Schweda (1), Gregor Thomann (7/5), Simon Flockerzie (2), Matthias Stocker (3), Michael Oehler (2), Paul Kaletsch (1), Fabian Maier-Hasselmann, Felix Gäßler (2), Tim Jud (1), Jonas Löffler, Chris Berchtenbreiter (3).

Trainer: Daniel Eblen

 

TUSEM Essen: Carlos Donderis Vegas, Sebastian Bliß (10 Paraden) (Tor); Noah Beyer (8/3), Jonas Ellwanger (2), Simon Keller (4), Michael Hegemann (4), Karl Roosna, Michael Kintrup (1), Pasqual Tovornik, Carsten Ridder (2), Malte Seidel (3), Justin Mürköster (5).

Trainer: Stephan Krebietke

 

Zuschauer: 1350.

 

Schiedsrichter: Hörath/Hofmann

 

Strafminuten (min): 6 Min. (Thomann (8., 30.), Oehler (30.)) – 6 Min. (Ellwanger (14., 46.), Seidel (36.))

 

Siebenmeter (T/V): 6/5 (Thomann scheitert an Bliß, 50.) – 3/3

 

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