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Vor mehr als 1700 Fans: HSG Konstanz feiert rauschende Meisterfeier

Vor mehr als 1700 Fans: HSG Konstanz feiert rauschende Meisterfeier

Beeindruckende Choreografie: Ein gelb-blaues Farbenmeer von mehr als 1700 frenetischen Fans sorgte für eine beeindruckende Wand der Unterstützung in der "Schänzle-Hölle".

 

Handball 3. Liga:

HSG Konstanz – SG Kronau-Östringen II 27:27 (13:13)

HSG Konstanz schließt Saison mit zweitbestem Ergebnis aller 64 Drittligisten ab.

Große Emotionen: Meisterfeier und Verabschiedung eines Eigengewächses.

 

Es war schlicht beeindruckend, was sich den frischgebackenen Süddeutschen Meistern und Aufsteigern in die 2. Bundesliga im Trikot der HSG Konstanz beim Einlaufen in die mit mehr als 1700 Zuschauern gefüllte „Schänzle-Hölle“ für ein Bild bot. Gänsehaut-Stimmung mit einer tollen Choreografie schon vor Spielbeginn, viele prominente Gäste und eine rauschende Meisterfeier nach einem munteren Spiel gegen die Junglöwen (27:27/13:13) sowie ganz große Emotionen – es war zum Abschluss der wohl erfolgreichsten Spielzeit der HSG-Vereinsgeschichte alles geboten im Zweitliga-Hexenkessel am Konstanzer Schänzle.

 

Als der Hallensprecher unter Anwesenheit von zahlreichen Gemeinderäten, dem Oberbürgermeister Uli Burchardt, sowie vielen weiteren prominenten Gästen aus Wirtschaft, Sport und Politik nur das Wort „Aufstieg“ erwähnt hatte, war die schon lange vor dem Anpfiff rappelvolle „Schänzle-Hölle“ bereits vollkommen aus dem Häuschen und skandierte sofort in lauten Sprechchören „Nie mehr 3. Liga, nie mehr, nie mehr“. Zum Einlauf der Spieler hatten sich schließlich alle Zuschauer unter ohrenbetäubendem Lärm erhoben und die Halle mit einer eindrucksvollen Choreografie in ein gelb-blaues Farbenmeer verwandelt. Jedem, der in der Halle war, lief es nun wie so oft in dieser Saison in heimischer Halle eiskalt den Rücken hinunter. Die großartigen Cheerleader der HSG Konstanz, die Constance Cougars, heizten den Zuschauern dann noch einmal kräftig mit einer ganz neuen, spektakulären Einlage vor Spielbeginn ein – die Stimmung kochte und war schon vor dem Anwurf auf dem Siedepunkt.

 

Die Meistermannschaft der HSG Konstanz ließ sich davon tragen und verzückte ihre frenetischen Fans dann auch auf dem Spielfeld von der ersten Sekunde an. Knapp zehn Minuten waren gespielt, da lag Konstanz bereits mit 7:2 in Front. Die HSG versuchte ihren Fans nun ganz besondere Höhepunkte zum Abschluss einer fantastischen Saison zu präsentieren. Draus resultierten einige spektakuläre Tore, doch aufgrund einer schlechten Chancenverwertung, zu vielen versuchten Kabinettstücken mit mehreren missglückten – teilweise dreifachen – Kempa-Tricks und insgesamt vier verworfenen Siebenmetern entwickelte sich bald ein ausgeglichenes Match. Nicht zuletzt, weil die technisch und läuferisch hervorragend ausgebildeten Junglöwen mit sehenswerten Spielzügen und tollem Tempohandball vor allem über ihren wieselflinken Außen Leon Bolius, achtfacher Torschütze, zurückschlugen.

 

Kurz vor der Halbzeit konnten die Nordbadener sogar erstmals ausgleichen (12:12, 28.) und bald darauf mit 13:12 sogar das erste Mal selbst in Führung gehen. Konstantin Poltrum war es in dieser Phase, der seine Vorderleute mit katzenartigen Reflexen im Spiel hielt und die Halle mit seinen spektakulären Paraden auch freier Gegenstöße zu stehenden Ovationen trieb. Es herrschte eine unfassbare Atmosphäre, die sich selbst durch eine Zwei-Tore-Führung der Gäste nicht veränderte. Nun mit Stefan Hanemann zwischen den Pfosten, setzte Fabian Maier-Hasselmann mit einem tollen Dreher zum 17:17 den nächsten Höhepunkt, während die Zuschauer sich selbst und ihr Team mit lauten „HSG, HSG“-Sprechchören von Block zu Block feierten und schließlich gar die „La-Ola-Welle“ durch die Arena hin und her schwappte.

 

Als das die HSG verlassende Eigengewächs Kai Mittendorf durch die 4:2-Abwehr der SG vom Kreis die Lücke zum 26:26 fand und sich somit mit einem Tor verabschieden konnte, schien der Abend vollends perfekt zu werden. Mathias Riedel brachte mit seinem fünften Treffer den Meister mit 27:26 in Führung, Kronau-Östringen konterte 45 Sekunden vor Schluss jedoch zum 27:27. In Unterzahl versuchte Konstanz mit einem zusätzlichen Feldspieler für den Torwart noch einmal alles – aber der Siegtreffer blieb dem künftigen Zweitligisten verwehrt. „Die Stimmung war Wahnsinn, ebenso wie unser Spiel“, konstatierte ein überwältigter HSG-Cheftrainer Daniel Eblen, „mit guten wie schlechten Phasen. Wir hatten heute einen kleiner Kader, dazu tun die Knochen doch schon etwas weh und trotzdem möchte man noch etwas erreichen. Es war schwer, die diversen inneren Schweinehunde zu überwinden, aber dennoch haben die Jungs das gut gemacht. Die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor hat zwar manchmal etwas gefehlt. Dann dennoch Unentschieden zu spielen – alles gut.“

 

Das 27:27-Remis interessierte schon Sekunden nach dem Abpfiff ohnehin niemanden mehr. Stattdessen wurde nach der offiziellen Ehrung durch den Verband mit Übergabe des Meisterwimpels wild bis spät in die Nacht gefeiert. Zuvor wurden noch reichlich Tränen beim emotionalen Abschied von Kai Mittendorf, seit neun Jahren für die HSG am Ball und von der eigenen Jugend bis in die erste Mannschaft als Abwehrchef emporgestiegen, vergossen. Mittendorf: „Das war heute mit der tollen Stimmung und Choreografie noch einmal etwas ganz Besonderes für mich. Ich möchte mich einfach nur bei den Fans bedanken. Was die heute wieder geleistet haben, war einfach klasse. Ein sehr gelungener Abschied, auch wenn natürlich viel Wehmut dabei ist.“ Für ihn war der Aufstieg dank des tollen Mannschaftsgeistes der HSG und der phänomenalen Zuschauerunterstützung verdient.

 

Daniel Eblen meinte gerührt: „Die Geschichte mit Kai ist etwas, was mir persönlich auch sehr nahe geht, sehr emotional das Ganze, wie die gesamte Saison. Das muss man jetzt alles erst einmal verarbeiten.“ Dass die HSG Konstanz die Saison 2015/16 mit 21 Siegen, vier Unentschieden und nur fünf Niederlagen sowie 46:14 Punkten und 843:771 Toren – dem zweitbesten Ergebnis aller 64 Drittligisten Deutschlands – mit dem Meistertitel und dem Aufstieg vollenden konnte, ist da der krönende Abschluss. Dazu konnte sich die HSG als erneuter Zuschauerkrösus der 3. Liga Süd auf insgesamt 15.250 Fans bei 15 Partien in eigener Halle verlassen – ein Schnitt von über 1.000 Besuchern pro Heimspiel. Andre Melchert, Sportlicher Leiter der HSG, zog ein zufriedenes Fazit: „Dieser Abschluss war sicher das Maximum, was man erleben kann mit dieser Kulisse. Ein grandioses Ereignis für die Jungs. Einen besseren Abschluss einer solchen Saison kann es gar nicht geben. Das genießen wir alle total. Eigentlich war für mich die komplette Saison ein einziges Highlight, wo immer jeder für jeden bis zum Umfallen gekämpft hat.“

 

Nun freuen sich alle Konstanzer auf das letzte Saisonhighlight. Am Mittwoch, 4. Mai, vor dem Feiertag zu Christi Himmelfahrt kommt es im Konstanzer Hafen vor dem Konzilgebäude ab 17 Uhr zu einem großen Meisterempfang und der offiziellen Ehrung durch die Stadt Konstanz sowie einem direkt anschließenden Grillfest an der Schänzle-Sporthalle.

 

HSG Konstanz – SG Kronau-Östringen II 27:27 (13:13)

HSG Konstanz: Konstantin Poltrum, Stefan Hanemann (Tor); Fabian Schlaich (5), Marius Oßwald, Mathias Riedel (5), Kai Mittendorf (1), Simon Flockerzie (2), Matthias Stocker (1), Paul Kaletsch (6), Fabian Maier-Hasselmann (5), Tim Jud (2/1).

Zuschauer: 1700.

 

Das ganze Spiel im Re-live:

 

Bewegendes, sehr emotionales Interview mit Kai Mittendorf zu seinem Abschied:

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