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Tom Wolf vor Highlight gegen Gummersbach: „Wollen den typischen Konstanz-Heimspiel-Handball zeigen“

Tom-Wolf-HSG-Konstanz-Aue Tom Wolf freut sich auf einen heißen Tanz vor voller Halle gegen Erstliga-Dino Gummersbach.

Am Samstag, 20 Uhr, steht für die HSG Konstanz eines der größten Spiele der Vereinsgeschichte bevor. Mit Erstliga-Absteiger VfL Gummersbach  gastiert ein Bundesliga-Gründungsmitglied, das nach dem Abstieg im Sommer zum ersten Mal in der 2. Bundesliga antritt, im Hexenkessel „Schänzle-Hölle“. Zwölf Deutsche Meisterschaften, fünf DHB-Pokal- und elf Europapokalsiege sowie zwei Vereinseuropameistertitel konnte Gummersbach schon feiern.

 

Im Interview mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas spricht Kapitän Tom Wolf (25) – aufgewachsen in Krefeld – über dem Mythos Gummersbach, die Probleme, hohe Führungen nach Hause zu bringen und das Highlight am Samstag, 20 Uhr, vor den eigenen frenetischen Fans. Tickets sind schon ab 12 Euro unter www.hsgkonstanz.de/tickets erhältlich. Der Vorverkauf wird empfohlen, die Nachfrage ist groß. Block Ines ist bereits nahezu ausverkauft.

 

Tom, versetze Dich einmal acht bis zehn Jahre zurück. In welcher Bettwäsche hast Du geschlafen?

(lacht) In keiner besonderen. Ich weiß, worauf du hinaus willst. Jedenfalls in keiner Handball-Bettwäsche. Aber der VfL Gummersbach ist bei uns oben schon ein riesiger Name. Beim Abschiedsspiel von Bundesliga-Rekordtorschütze Kyung-Shin Yoon war ich in der Kölner Lanxess-Arena live dabei, als kleiner handballverrückter Junge. Öfter war ich in dieser Zeit aber mit meinem Papa beim TuSEM Essen und habe die Europapokalspiele verfolgt. Das liegt noch näher an der Heimat.

 

Bevor wir vorausblicken noch ein kleiner Rückblick. Neun Punkte stehen für die HSG zu Buche. Seid Ihr damit im Soll?

(überlegt kurz) Im Soll schon. Aber wir hätten mehr haben können. Vor allem daheim haben wir gute Leistungen gezeigt, obwohl wir schon viele der vermeintlich schweren Gegner wie Coburg, Hamm und für mich auch Lübeck hatten. Einzig das Spiel gegen Emsdetten war nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten und hätten wir gewinnen müssen. Auswärts sind die Bedingungen für uns extrem mit den weiten Fahrten. Wir müssen zudem immer sehen, gegen wen wir da spielen. In Ferndorf beispielsweise sind viele gute Handballer im auch in der Breite gut besetzten Kader. Allerdings sind wir auch selbst die Ursache mit Fehlern in gewissen Situationen.

 

Wo liegen die Probleme, dass immer wieder mögliche Siege kurz vor Schluss aus den Händen gleiten?

Wir machen nicht das große Thema daraus, dass wir einige Punkte liegen gelassen haben. In Ferndorf spielen wir 50 Minuten fast fehlerfrei, richtig gut, führen mit fünf Toren und machen dann wieder zwei, drei Fehler. Das kann an der Belastung, der Konzentration, an der Unerfahrenheit oder einfach auch am Gegner liegen, der noch einmal aufdreht und dann den Heimvorteil auf seiner Seite hat. Man darf dabei aber nicht außer Acht lassen, dass wir selbst auswärts mit fast jedem Gegner auf Augenhöhe spielen. Das macht mich zuversichtlich, dass wir in den vier Spielen in diesem Jahr und in der Rückrunde unser Ziel erreichen werden.

 

Die Auseinandersetzung mit den wiederkehrenden Problemen ist für eine Änderung der ärgerlichen Punktverluste aber sicher nötig…

Ich wollte damit nicht sagen, dass wir das ignorieren. Gerade in den im Spiel aktiven Kleingruppen tauschen wir uns aus und arbeiten an Kleinigkeiten, damit sich das ändert. Die eine Erklärung gibt es dafür nicht, ein Mix aus den bereits genannten Punkten wird es sein. Es ist Fakt, dass wir es in jedem Spiel sind, die deutlich weniger Zweitligaspiele im Schnitt absolviert haben. Das ist aber keine Ausrede. Manche Teams verschlafen den Beginn und liegen dann direkt zurück – hier haben wir uns sehr gesteigert – uns passiert es gerade vermehrt gegen Ende. So ein Spielverlauf kann dem Gegner natürlich nutzen. Verrückt machen wir uns deswegen nicht, wollen aber aus dieser Phase raus und es besser machen. Dann werden wir auch die Klasse halten. Auch wir haben daheim einige Spiele wie gegen Hamm, Lübeck und Dormagen erst am Ende für uns entschieden.

 

Aber auch Spiele wie gegen Coburg nach einer vorherigen Top-Leistung aus der Hand gegeben.

Das war zunächst ernüchternd. Jedoch macht genau das die Topteams wie Coburg aus. Das unterscheidet sie von anderen Teams, deshalb stehen sie ganz oben. Sie können am Ende noch unglaubliche individuelle Qualität mit frischen Spielern einwechseln, die schon alles mitgemacht haben. Wie etwa Torwart Jan Kulhanek. Wir müssen sehen, wer uns gegenübersteht. Viele haben schon 1. Bundesliga gespielt – und werden das auch bald wieder tun. Diese Unterschiede treffen doch viele Clubs, die am Ende gegen diese Spitzenmannschaften verlieren. Für uns gilt es, hier noch hineinzuwachsen, das Maximum herauszuholen und darüber hinaus zu gehen.

 

Gegen Gummersbach ist Konstanz wieder krasser Außenseiter. Ein echtes Highlight. Sind solche Spiele einfacher?

Man spürt die Vorfreude im Umfeld, weiß, dass schon viele Karten weg sind. Das steigert auch bei uns die Freude noch einmal. Wenn die Halle voll ist, wenn es auch hinter den Toren richtig eng wird. Das pusht mega. Gegen einen Verein, der lange einer der größten in Deutschland war, nun auf Augenhöhe mitzuspielen ist das Ziel. Gummersbach ist gut drauf und zu Recht wieder ganz oben dabei. Mit der Stimmung in unserer Halle werden wir wieder um unsere Chance und mögliche Punkte kämpfen.

 

Was macht den Mythos VfL Gummersbach für Dich aus?

Es ist ein echtes Highlight, gegen diesen Traditionsverein spielen zu können, der den deutschen Handball viele Jahrzehnte in Europa so hoch gehalten hat. Das kam dem Handball sicher sogar im fernen Konstanz zugute. Man sieht den Stellenwert nach wie vor in jeder vollen Halle, in der Gummersbach antritt. Wir werden uns vom größten Namen der Liga aber nicht einschüchtern lassen. Die Legenden sind weg, wir spielen gegen ein Zweitliga-Team. Trotz der guten Spieler des Gegners: Dass wir daheim jeden schlagen können, haben wir gezeigt. Das wollen wir jetzt auch.

 

Im direkten Duell: Was erwartest Du am Samstag?

Für diese Partien spielt man Handball. Das ist sicher auch schön für die Zuschauer hier in Konstanz. Unser Ziel ist es mitzuhalten, den VfL zu ärgern und an einem guten Tag mit sehr viel Leidenschaft und Kampf, einer hohen Qualität in der Deckung und wenigen Fehlern dran zu bleiben. Gummersbach hatte ein paar Anpassungsschwierigkeiten, die völlig normal sind. In der 2. Liga wird ein anderer Handball gespielt. Uns ging es nach dem Abstieg in die 3. Liga zunächst ähnlich. Man wurde vom Underdog zum großen Favoriten. Um auf Touren zu kommen, haben wir auch etwas gebraucht. Auf eine körperlich starke 6:0-Deckung und sehr starke Torhüter müssen wir uns einstellen. Wir wollen den typischen Konstanz-Heimspiel-Handball zeigen. Mit einer kompakten Abwehr, Kampf bis zum Ende und viel Tempo nach vorne – mit weniger Fehlern. Dann ist viel möglich.

 

Warum darf man sich dieses Highlight auf gar keinen Fall entgehen lassen?

Wenn Gummersbach so weiter macht, wird es nicht mehr viele Spiele in der 2. Bundesliga des VfL geben. (grinst) Und von der 1. Liga sind wir doch noch ein, zwei Schritte entfernt. Neben dem Weihnachtsspiel ist das das Highlight des Jahres, wobei die Heimspiele immer geil sind. Mit vielen lauten, vielleicht auch etwas aggressiven Zuschauern ist viel drin. Es hat sich schon einige Male gezeigt, dass Duelle gegen große Favoriten in unserer Halle besondere Spiele sein können. Wir werden unseren Teil für die lautstarke Unterstützung zurückgeben.

 

Fragen: Andreas Joas

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