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Die Sehnsucht nach dem ersten Heimsieg seit acht Monaten: Dessau kommt

Jubel-HSG-Konstanz-Eisenach-letzter-Heimsieg-2020 Jubel nach dem letzten Heimsieg: Im Februar gegen Eisenach.

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – Dessau-Roßlauer HV

(Freitag, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle)

 

Bislang hat sie sich unter Wert verkauft, die HSG Konstanz. Im Heimspiel am Freitag, 20 Uhr, in der Schänzle-Hölle möchten es die Konstanzer gegen den starken Aufsteiger aus Dessau besser machen – wohlwissend, dass sich der Gegner nach zwei überraschenden Siegen zum Auftakt in einem Hoch befindet. Noch sind einige Tickets über www.hsgkonstanz.de/tickets erhältlich. Die Partie wird zudem live auf www.hsgkonstanz.de/livestream übertragen.

 

Wer schon einmal 13 Stunden nach einer bitteren Niederlage im Bus sitzen musste, bevor er erschöpft und enttäuscht nach Hause zurückkehren konnte, kennt das in alle Glieder ziehende Gefühl, das die HSG zuletzt nach der Niederlage in Hamburg begleitete. Viel Zeit für viele Gedanken. Vor allem die quälenden. Denn zufrieden war man mit den eigenen Vorstellungen in den ersten beiden Partien nur bedingt. An der Elbe vor allem mit der ersten Hälfte, als sogar ein Remis oder eine knappe Führung möglich gewesen wäre. Cheftrainer Daniel Eblen hakte die beiden Niederlagen nach der Verarbeitung jedoch ab. Nach der Umstellung weg von der Tordifferenz hin zum direkten Vergleich als Entscheidungskriterium bei Punktgleichheit am Ende der Saison sagt er: „Es kommt für den Klassenerhalt vor allem darauf an, die engen Spiele zu gewinnen.“ In Hamburg war es eng bis zur Roten Karte für Joschua Braun, der auch als Entlastung für den verletzten Tim Jud vorgesehen war, direkt danach folgten zehn Minuten ohne eigenen Torerfolg. Schließlich wurde die HSG für ihr Risiko am Ende bestraft. Eblen: „Wir waren zu hektisch, wollten zu viel in zu kurzer Zeit. Da waren wir nicht clever.“

 

Doch das Motto des 45-Jährigen heißt „wegstecken und weitermachen“. Nach einer schwierigen Woche mit einigen Ausfällen muss sich die HSG Konstanz etwas gegen den Dessau-Roßlauer HV einfallen lassen. Der bärenstarke Aufsteiger ist nach nur einem Jahr in der 3. Liga wieder zurück im Bundesliga-Unterhaus – und mischt dieses mächtig auf. Zunächst mit einem Auswärtssieg in Dormagen, dann mit einem Erfolg gegen Lübeck vor fast 1.000 frenetischen Fans. Davon kann die HSG derzeit nur träumen, doch die rund 500 bis 550 zugelassenen HSG-Fans werden am Freitag zum wichtigen Faktor. Schließlich verfügt der Gegner aus Sachsen-Anhalt über die derzeit mit beste Defensive der Liga, die mit Philipp Ambrosius im Tor exzellent harmoniert. Dazu setzt der DRHV-Keeper seine schnellen Außen mit präzisen Gegenstoßpässen hervorragend in Szene. „Das hat Topniveau“, warnt der Konstanzer Übungsleiter. Hier gilt es für die HSG dagegen zu steuern, zumal die Defensive bislang noch nicht zu ihrer gewohnten Sicherheit gefunden hat. „Wir bekommen zu viele Gegentore“, gesteht der HSG-Coach. „Dazu gehören die Torhüter und die Abwehr.“ Und auch die Offensive, die die technischen Fehler möglichst gering halten muss – vor allem gegen einen im Bestrafen solcher Nachlässigkeiten besonders starken Kontrahenten.

 

Der Aufschwung in Dessau beim ehemaligen Erstligisten und Zweitliga-Dino – 22 Jahre Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga – hat mit den guten Kontakten des ehemaligen Bundesligatrainers Uwe Jungandreas (Magdeburg und Leipzig) zu tun, der eine interessante Mischung aus jungen Talenten seiner Ex-Vereine und vier tschechischen Nationalspielern geformt hat. Aber auch mit guter Vereinsführung durch Geschäftsführer Sebastian Glock und einer sehr aktiven Fanszene, die dem Club viel ehrenamtliche Arbeit abnimmt und in der aktuell schwierigen Zeit eine immense Unterstützung in vielen Bereichen zukommen lässt. In der Halle sind Gästefans laut Corona-Verordnung BW derzeit jedoch nicht gestattet. So muss Konstanz das, was im Training gut läuft, erklärt Eblen, nun auf dem Spielfeld beweisen. Damit sind auch die Körpersprache und Aggressivität in der Deckung gemeint. Zu viele Tore musste die HSG bisher trotz Körperkontakts mit dem Gegner hinnehmen. Die Gefühle eines Sieges sind den Gastgebern noch gut in Erinnerung. Obwohl der letzte Heimsieg vom 15. Februar datiert. Fast genau auf den Tag acht Monate später ist die Sehnsucht nach diesem Gefühl riesengroß. Die aktuelle Hürde davor allerdings auch.

 

Ganz wichtig:
Bitte unbedingt in der kompletten Halle, auch auf dem zugeteilten Sitzplatz auf der Tribüne, die Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

 

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