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„Schon eine Qualität, als Aufsteiger immer mit breiter Brust dagegenzuhalten“: Konstantin Poltrum nach Sieg in Rostock

„Schon eine Qualität, als Aufsteiger immer mit breiter Brust dagegenzuhalten“: Konstantin Poltrum nach Sieg in Rostock

Die Freude bei der HSG Konstanz über den 33:28-Sieg in Rostock, nachdem erstmals ein positives Punktekonto zu Buche steht, war groß. HSG-Torwart Konstantin Poltrum hatte mit 17 Paraden – Spieltags-Bestwert – großen Anteil am Erfolg. Im Interview mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas spricht der 22-jährige Leistungsträger über das Spiel an der Ostsee, die beeindruckende Auswärtsbilanz der HSG Konstanz mit 9:3 Punkten, großes Vertrauen des Trainers und das bevorstehende Topspiel-Wochenende mit einem Doppelspieltag gegen die Spitzenmannschaften Ludwigshafen-Friesenheim und Rimpar am Freitag und Sonntag.

 

Schon der vierte Auswärtssieg der Saison: Konsti, was war das Erfolgsrezept bei Empor Rostock?

 

Wir sind sehr gut in das Spiel gekommen, haben genau gewusst, was auf uns zukam und Trainer Daniel Eblen hat uns wieder sehr gut auf den Gegner eingestellt. Wir haben uns im Angriff viel bewegt, was sehr wichtig war, und haben die großen Räume durch viel Bewegung ohne Ball genutzt. Außerdem haben wir schon mit der Ballannahme das Tempo aufgenommen und so die Eins-gegen-Eins-Duelle gewonnen. Dennoch haben wir uns schon in Halbzeit eins zwei, drei Fehler erlaubt, die Rostock wieder herangebracht haben. Wichtig war daher, dass der letzte Siebenmeter vor der Pause von Gregor Thomann zum 16:12 reingeht.

 

Was war der Grund für die kleine Rostocker Aufholjagd vom 13:22 zum 18:22 (43.) und wie ist es gelungen, diese bald wieder zu stoppen?

 

Das war eine Phase, wo wir kurzfristig etwas den Kopf verloren und jeder vielleicht nur ein ganz kleines bisschen weniger investiert hat. In der Summe war das für ein paar Minuten zu viel Standhandball im Angriff, wo wir unnötigerweise früh in das Zeitspiel gekommen sind. Dieser Druck musste eigentlich nicht sein. Da werden wir sicher noch dazulernen. Dennoch: am Ende haben wir es gut hinbekommen, den Deckel frühzeitig draufzumachen und nicht solch einen Krimi zu haben wie beispielsweise in Wilhelmshaven. Hier hat die Stabilität in der Abwehr sehr geholfen. Insgesamt, wenn das unser Lernprozess ist, war das schon ein guter Schritt.

 

Genau das war auffällig: das Rückzugsverhalten war phänomenal, sodass Rostock kaum einmal sein gefürchtetes Tempospiel aufziehen konnte. Das größte Plus in dieser Partie und letztendlich der spielentscheidende Faktor?

 

Absolut, da muss ich der Mannschaft ein großes Lob aussprechen. Wir haben das sehr, sehr gut gemacht. Natürlich kann man das nicht komplett verhindern, aber wir haben Rostock seiner größten Stärke beraubt. Ich habe schon vor dem Spiel gesagt: wenn wir unter 28 bis 30 Gegentore bleiben, gewinnen wir das Spiel. Wir haben es verstanden, die Zahl der Gegentore über den Tempogegenstoß sehr niedrig zu halten, die Rostock dringend für ein erfolgreiches Spiel benötigt.

 

Das gute Rückzugsverhalten hat es dir dann ermöglicht, wieder mit 17 Paraden – keinem anderen Torhüter sind an diesem Spieltag mehr gelungen – zu brillieren…

 

Natürlich kommt man als Torwart so besser in das Spiel. Das ist immer ein Geben und Nehmen. Und ein wenig Glück gehört auch dazu.

 

Die Auswärtsbilanz liest sich beeindruckend: 9:3 Punkte, Platz drei, ein Aufstiegsplatz – und das trotz der vielen weiten Fahrten gleich zu Saisonbeginn.

 

Wir haben die Belastungen der Busfahrten sehr gut weggesteckt. Auch organisatorisch haben wir sehr viel aus dem ersten weit entfernten Auswärtsspiel in Emsdetten gelernt. Da muss ich auch dem Management ein Lob aussprechen, das die Probleme sehr schnell abgestellt hat. Wir wollten die Spiele unbedingt erfolgreich gestalten und waren voll da, haben die Heimmannschaften gefordert und gut mitgehalten. Wenn der Gegner angesichts der Entfernung schon mit einem kleinen Heimvorteil rechnet, man aber richtig Lust hat und dagegenhält, wird es für die Heimmannschaft immer schwieriger. Ich kann nur immer wieder betonen, dass wir charakterlich eine richtig tolle Mannschaft haben, die nie aufsteckt und immer weiterkämpft. Es ist schon eine Qualität, als Aufsteiger immer mit breiter Brust dagegenzuhalten.

 

Wenn man die Siebenmeter-Killer-Statistik und die Gesamt-Torhüterparaden ansieht, durchbricht ein junger Schlussmann aus Konstanz die Phalanx der alten, erfahrenen Hasen zwischen den Pfosten. Du bist hier auf Rang drei beziehungsweise fünf zu finden. Zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf?

 

Ja klar, bisher bin ich sehr, sehr zufrieden mit meiner Konstanz, die nicht in jeder Saison da war. Mir tut natürlich auch die viele Spielzeit gut, dazu das Vertrauen des Trainers. Ich weiß, dass ich mir auch einmal zwei, drei Fehler erlauben kann. Das ist wichtig für alle Torhüter. Ich denke, dass ich einen weiteren Schritt nach vorne machen konnte und vor allem im Hinblick auf das Selbstvertrauen zulegen konnte. Die Selbstzweifel sind hier in Konstanz durch das große Vertrauen weniger geworden. Ich bin froh, das hier zu haben, davon profitiere ich.

 

Lass uns zum Abschluss noch kurz vorausblicken auf eine wirklich sehr kurze Woche. Nach der Rückkehr am Montagmorgen aus Rostock wartet schon das nächste Hammer-Wochenende mit zwei Spielen gegen zwei absolute Topteams am Freitag gegen Friesenheim und am Sonntag in Würzburg. Zwei sehr schwere Aufgaben.

 

Auf jeden Fall. Ich denke Friesenheim ist eine sehr starke Mannschaft mit einer guten Mischung aus jungen und erfahrenen Akteuren. In der 2. Bundesliga ist aber so viel möglich. Wenn man sich die Spielergebnisse ansieht, bin ich fest davon überzeugt, dass wir auch unsere Chancen bekommen werden. Wir sind eine Mannschaft, die über die ganze Spielzeit mithalten kann. Wenn wir dieses Potenzial auf die Platte bekommen, werden wir sehen, ob es nicht für eine Überraschung reicht. Aber klar sind wir in beiden Spielen Außenseiter. Das liegt uns und auch die Spielweisen von Friesenheim und Rimpar dürften uns eigentlich liegen. Beide Mannschaften haben gegen uns sicher einen gewissen Druck – und wir die Fähigkeit, die Spiele lange offen halten zu können. Wenn uns das gelingt, ist alles möglich.

 

Fragen: Andreas Joas

 

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