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Frühe Rote Karte für Schlüsselspieler: Beim Auftakt gegen Dresden geschockt und unglücklich

Markus-Dangers-HSG-Konstanz-Dresden Markus Dangers: Vier Tore für die HSG Konstanz.

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – HC Elbflorenz Dresden 21:27 (13:14)

 

Die HSG Konstanz erlebte im ersten Spiel der neuen Saison in der 2. Bundesliga gleich einen Schock nach gerade einmal acht Minuten. Schlüsselspieler Peter Schramm sah direkt die Rote Karte, danach fand die HSG nie wieder richtig zurück ins Spiel und den guten Anfangsminuten. Dresden entführte nach vielen frei vergebenen Möglichkeiten der Gastgeber verdient mit 27:21 (14:13) beide Punkte aus der trotz beschränkter Zuschauerzahl beachtlich stimmungsvollen Schänzle-Hölle.

 

Gleich beim ersten erfolgreichen Angriff der HSG Konstanz zum 1:0 wurde deutlich: Neuzugang Peter Schramm besitzt als Führungsspieler sowohl im Innenblock als auch in der Offensive mit einem krachendem ersten Distanzwurf zum 1:0 eine herausgehobene Stellung und Wichtigkeit für die sehr junge Mannschaft der HSG Konstanz. 4:5 stand es nach knapp acht Minuten – dann kam die Szene, die alles veränderte und ein komplett neues Spiel verursachte. Fynn Beckmann versuchte Ivar Stavast zu stoppen, der rutschte weg und Peter Schramm kam äußerst unglücklich in diesem Moment dazu. Schramm traf Stavast mit der flachen Hand im Gesicht – direkt Rot urteilten Jan und Manuel Lier unter einem gellenden Pfeifkonzert. „Ich bin noch lange wach gewesen“, gestand Schramm eine kurze Nacht später. „Ich fand das eine sehr, sehr harte Entscheidung. Es war natürlich keine Absicht und war sehr unglücklich.“ Der Shooter versuchte zu erklären: „Ivar rutscht nach unten, ich komme dazu und treffe ihn weder mit der Faust noch dem Ballen sondern mit der flachen Hand unglücklich im Gesicht. Die Rote Karte darf aber keine Entschuldigung für irgendetwas sein. Wir hätten das Spiel gewinnen können.“ Die HSG Konstanz wirkte zunächst geschockt und ungeordnet. Sowohl die Deckungsformation war fortan gesprengt und auch in der Offensive fehlten nun die Alternativen. Eine wäre gewesen, Kapitän Tom Wolf mit seiner Wurfkraft in den linken Rückraum zu ziehen und dafür Tim Jud als Spielmacher einzuwechseln – doch der fehlte verletzt. Cheftrainer Daniel Eblen musste so eingestehen, dass „wir gleich im ersten Spiel in so einer Extremsituation alle gekämpft und gewollt haben – im Angriff hat uns unter diesen Umständen und der Unsicherheit aber die Qualität gefehlt. Der Kopf war dann nicht frei und wir wirkten gehemmt.“

 

So tat sich die HSG schwer, lag anschließend schnell mit 4:7 zurück und benötigte einigen Anlauf, um sich mit viel Kampf, Einsatz und der frenetischen Unterstützung von den Rängen wieder langsam zurückzumelden. Joschua Braun besorgte den 13:14-Anschluss kurz vor der Pause und vom Punkt und direkt danach den Ausgleich. Zwar musste Konstanz im weiteren Verlauf weitere strittige Entscheidungen gegen sich hinnehmen, doch es fehlte nun vor allem an Durchschlagskraft im Angriff gegen eine sehr aggressive verteidigende Dresdner Deckung. Immer wieder ließen die Gelb-Blauen freiste Chancen aus, scheiterten am gut reagierenden ehemaligen Erstliga-Keeper Mario Huhnstock – mit acht Paraden über 50 Prozent gehaltene Würfe –  und brachen sich damit selbst das Genick. Schramm: „Hier hätte das Spiel kippen können – wenn wir unsere Chancen besser nutzen.“ Die Sachsen hingegen spielten ihre ganze Erfahrung aus, agierten clever, ruhig und effizient. Sinnbildlich dafür steht Rückraum-Ass Sebastian Gress, den die neu zusammengewürfelte Defensive der Gastgeber nie kontrollieren konnte und für satte zwölf Treffer verantwortlich zeichnete. Mit lang, bis zum Maximum ausgereizten  Angriffen nahmen die Gäste viel Zeit von der Uhr und waren nach 48 Minuten schon auf der Siegerstraße (21:17). Markus Dangers ließ noch einmal Hoffnung aufkommen (20:22), doch in den letzten fünf Minuten musste die HSG ihre Abwehr öffnen und der HC Elbflorenz erhöhte von 23:21 auf 27:21. Im vierten Anlauf holte dieser damit zum allersten Mal überhaupt Punkte gegen konsternierte Konstanzer.

 

Eine Frage wurde jedoch äußerst positiv beantwortet: Die Schänzle-Hölle bleibt auch unter den aktuellen Bedingungen der gefürchtete Hexenkessel. „Das war mega, eine richtige tolle Stimmung, die Emotionen direkt richtig hoch“, war Schramm begeistert. „Ich habe gleich am Anfang eine Gänsehaut bekommen.“ Cheftrainer Daniel Eblen stimmte dem zu: „Wahnsinn, der Geräuschpegel war riesig. Das hat den Jungs wirklich geholfen. Jetzt müssen wir daran arbeiten, unsre Spitze breiter aufzustellen.“

 

Die nächste Aufgabe in Hamburg wurde um einen Tag auf Sonntag, 14 Uhr, verschoben. Nach einigen positiven Corona-Fällen und anschließender Quarantäne – das erste Saisonspiel des HSV musste verlegt werden – stimmten die HSG Konstanz und die HBL der Verlegung zu, um den Hanseaten einen Tag mehr Training in dieser Woche zu ermöglichen. Dann wird auch Peter Schramm wieder mit dabei sein. „Nicht um uns die schöne Stadt anzusehen“, bekräftigt er, „wir wollen zwei Punkte holen.“

 

>> Das Spiel im Re-live

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf (3 Paraden), Michael Haßferter (3 Paraden) (beide Tor); Michel Stotz, Fabian Schlaich (3), Aron Czako, Felix Jaeger, Matthias Hild (1), Tom Wolf (6/2), Markus Dangers (4), Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann, Fynn Beckmann, Joschua Braun (3/2), Samuel Wendel (2), Peter Schramm (1), David Knežević (1).

Trainer: Daniel Eblen

 

HC Elbflorenz Dresden: Mario Huhnstock (8 Paraden), Tom Jöres, Max Mohs (1 Parade) (alle Tor); Lukas Wucherpfennig (4), Oskar Emanuel (3), Julius Dierberg (3/2), Mindaugas Dumcius (1), Michael Oehler, Philipp Jungemann, Ivar Stavat (1), Sebastian Greß (12), Marek Vanco, Hennig Quade, Michal Kasal (2), Jonas Thümmler (1).

Trainer: Rico Göde

 

Zuschauer: 430 in der Schänzle-Sporthalle Konstanz

Schiedsrichter: Jan und Manuel Lier.

Zeitstrafen: Konstanz 4 Min. (Dangers, Beckmann je 2 Min.) / Dresden 2 Min. (Kasal 2 Min.)

Siebenmeter: Konstanz 2/2 – Dresden 2/2

Bes. Vorkommnis: Rote Karte für Peter Schramm (9.)

 

 

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