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Michael Oehler nach Remis: „Haben bei Jubel der Schwartauer gemerkt, was wir hier erreicht haben“

Michael Oehler nach Remis: „Haben bei Jubel der Schwartauer gemerkt, was wir hier erreicht haben“

Einer der Chefs im Konstanzer Abwehrbollwerk: Michael Oehler (links im gelben Trikot), hier zusammen mit Mathias Riedel.

 

 

Die Stimmen zum 23:23 der HSG Konstanz beim VfL Bad Schwartau:

 

Michael Oehler, 23-jähriger Rückraumspieler und einer der Abwehrchefs der HSG Konstanz, erzielte an der Ostsee zwei Tore. Der gebürtige 1,92 Meter große Ortenauer konnte sich erst nach dem großen Jubel und der Erleichterung auf Seiten der Norddeutschen langsam über einen Punkt freuen, lobt aber auch die tolle Moral seiner jungen Mannschaft.

 

Michi, am Ende ein Punkt beim heimstarken VfL Bad Schwartau – nach einer langen Führung bis 15 Sekunden vor dem Ende. Was überwiegt, die Freude über einen oder die Enttäuschung über den verpassten zweiten Punkt?

 

(atmet tief ein) Also wenn man nur die zweite Halbzeit betrachtet, wo wir ständig in Führung liegen, fühlt es sich im ersten Moment doch eher wie ein verlorener Punkt an. Wenn man aber sieht, dass wir die erste Mannschaft sind, die überhaupt etwas Zählbares aus Bad Schwartau mitnehmen konnte, kann man auch von einem wertvollen, verdienten und daher auch gewonnenen Punkt sprechen. Dennoch hätte ich bei diesem Spielverlauf einfach schon gerne beide Punkte geholt und konnte mich am Anfang nur verhalten freuen. Als man aber gesehen hat, wie froh die Bad Schwartauer über das Unentschieden waren und wie sehr sie darüber gejubelt haben, haben wir alle gemerkt, was wir hier eigentlich erreicht haben. Wir können stolz auf unsere starke Leistung sein.

 

Was hat dann aber letztlich gefehlt, um den ganz großen Coup zu landen – oder andersherum: was war in Lübeck der Schlüssel zu einem hochverdienten Punkt?

 

Wenn man nur 23 Gegentore bekommt, haben Abwehr und Torhüter einen ganz guten Job gemacht. Ende der ersten Halbzeit hatten wir ein paar Abstimmungsprobleme, die der VfL zu einfachen Toren genutzt hat und dadurch etwas weggezogen ist. Mit 23 Gegentoren hat man selbst auswärts eine Siegchance, allerdings war Dennis Klockmann im Kasten der Gastgeber in Hälfte eins natürlich auch nicht schlecht.

 

Als einer der ganz wichtigen Bausteine in der Abwehr hast Du mittlerweile offensichtlich auch den Spaß am Torewerfen entdeckt, deren zwei waren es in der Hansehalle, eines davon in bester Kreisläufer-Manier. Wirst Du jetzt auch noch zum Torjäger?

 

(lacht) Das war ja gefühlt das erste Mal, dass ich in dieser Saison über der Mittellinie war. Ich habe es Tim Jud allerdings schon gesagt: ich bin immer anspielbar. Aber im Ernst: Dadurch, dass Bad Schwartau einen doppelten Angriff-Abwehr-Wechsel vollzogen hat, habe ich die Anweisung bekommen, heute etwas mehr nach vorne zu gehen.

 

7:7 Punkte – eine Bilanz, die der HSG Konstanz als Aufsteiger die wenigsten zugetraut haben und das trotz zweier knapper Niederlagen zu Beginn gegen die Topteams Lübbecke und Bietigheim. Der Saisonstart kann sich sehen lassen…

 

Definitiv. Bemerkenswert waren dabei unsere Reaktionen auf die beiden angesprochenen Niederlagen oder unser schlechtes Spiel in Emsdetten. Danach sind wir mit Siegen in Hüttenberg, in Ferndorf sowie gegen Nordhorn-Lingen stark zurückgekommen, ohne dass wir uns hätten verunsichern lassen. Daraus haben wir viel Selbstvertrauen gezogen, sodass wir auch vor 1800 Zuschauern in Bad Schwartau in schwierigen Situationen eben nicht zusammengebrochen sind. Wir haben uns das Selbstverständnis der letzten Saison bewahrt und wissen, dass wir selbst in den letzten Minuten noch ein Spiel drehen und gewinnen können.

 

 

A-Lizenzinhaber Daniel Eblen, 42-Jähriger Cheftrainer der HSG Konstanz, zeigte sich nach dem Punktgewinn im hohen Norden an der Ostsee zufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft.

 

Die obligatorische Frage nach einem Remis: ein gewonnener oder eher ein verlorener Zähler?

 

(grinst) Ein Punkt, genau ein Punkt. Ich denke am Ende es ein gerechtes Resultat, dass sich beide Mannschaften die Zähler teilen. Wir sind ganz gut in das Spiel gekommen und haben dann im Angriff ein bisschen den Faden verloren, was sich auch auf die Abwehr übertragen hat. Wir konnten uns hier nicht mehr ganz so gut aushelfen oder haben den Gegner laufen lassen. Das waren meistens individuelle Fehler, die so eine Mannschaft wie Bad Schwartau sofort ausnutzt. Im Ganzen haben wir aber ein großartiges Handballspiel gemacht, sehr konzentriert, aber auch kämpferisch sehr gut. Ich bin mehr als zufrieden.

 

Hat Dich Deine Mannschaft in Sachen Moral heute erneut ein weiteres Mal verblüfft, als alles gegen dieses junge Team lief, als sich Fehler häuften, die Halle und der Gegner ins Rollen kam?

 

Natürlich. In dieser Phase war es sehr wichtig, dass wir wieder mehr Ruhe in unsere Abläufe gebracht haben und im Angriff die Bälle nicht mehr so schnell verloren haben. Dazu kam die sich wieder stabilisierte Abwehr und Konstantin, der seinen Teil mit 15 Paraden dazu beigetragen hat. Das haben die Jungs richtig gut gemacht.

 

Fragen: Andreas Joas

 

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