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In Aue nahe an DHB-Pokal-Überraschung: „Niveau und Intensität Schritt für Schritt gestiegen“

Aron-Czako-HSG-Konstanz-Aue-2 Toller Treffer per Kempa-Trick zum 25:26 in der letzten Spielminute: Aron Czako. Bilder: Kruczynski

DHB-Pokal, 1. Runde:

EHV Aue – HSG Konstanz 27:25 (15:12)

 

Die Generalprobe kann man als gelungen bezeichnen. Zwar war bei beiden Mannschaften teilweise noch etwas Sand im Getriebe, doch trotz zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstandes bot sich der HSG Konstanz beim letztjährigen Zweitliga-Elften EHV Aue mehrmals die Chance zum Ausgleich. Letztlich behielten die Sachsen mit einem Treffer mit der Sirene knapp mit 27:25 (15:12) die Oberhand und spielen gegen die Eulen Ludwigshafen um den Einzug in das Achtelfinale. Am 24. August startet die HSG Konstanz nun in die 2. Bundesliga.

 

Sie kennen das Gefühl, die Konstanzer. Beim heimstarken EHV Aue war und ist nichts zu holen. So nahe wie dieses Mal waren sie aber noch nie an einem Erfolg. Viel hat in der Endphase, als der HSG mehrmals der Anschluss gelungen war und sogar Möglichkeiten zum Ausgleich boten, nicht gefehlt. Am Ende blieb es somit dabei, dass im Aufeinandertreffen dieser beiden Teams (fast) immer das Heimteam triumphiert. Konstanz gelang eine Woche vor dem Saisonstart zwar immerhin das bisher beste Ergebnis in Aue, überbewerten wollte man dies dennoch nicht.

 

Vielmehr konnte man sich über eine defensiv und später auch in der Offensive ansehnliche Partie freuen. Zu Beginn jedoch harzte es bei den knapp 600 Kilometer gereisten Gästen noch deutlich im Angriff. „Wir hatten dort zunächst Probleme“, bemerkte Daniel Eblen und sagte: „Es hat etwas gedauert, bis wir in das Spiel gefunden haben.“ Zu Beginn war die HSG noch zu oft am gut reagierenden EHV-Schlussmann Erik Töpfer gescheitert und wenig effektiv. Vor allem aber beraubte man sich selbst seiner Stärken und passte sich der Spielweise der sehr erfahrenen, international besetzten Mannschaft aus dem Erzgebirge an. Dazu kam der eine oder andere technische Fehler, die Aue auf 7:3 (16.) davonziehen ließen. Eine Hypothek, die die HSG trotz einer spektakulären Siebenmeter-Parade von Simon Tölke lange vor sich herschieben musste.

 

Denn nach ein paar Umstellungen und mit deutlich mehr Tempo im eigenen Spiel bekamen die Gäste immer mehr Zugriff auf die Partie und lieferten Aue ab hier einen heißen Kampf auf Augenhöhe. „Wir haben“, so Eblen, „gesehen, dass im Wettkampf noch ein anderer Wind als in den Testspielen weht.“ Defensiv wusste sein junges Team hier dennoch zu überzeugen, „arbeitete viel und aufwendig“ (Eblen), konnte sich aber nicht immer dafür belohnen. „Es hat noch nicht alles funktioniert“, meinte der HSG-Coach. „Wenn einer in der Kette wegbricht, bekommt man trotz großen Aufwandes das Gegentor. Das müssen wir besser machen.“

 

Aufgrund eines nach Ablauf der ersten 30 Minuten vergebenen Siebenmeters startete Konstanz mit einem 12:15-Rückstand in den zweiten Durchgang und musste hier bald neben Fynn  Beckmann, Fabian Schlaich und Matthias Hild auch auf Top-Torjäger Paul Kaletsch verzichten. Und dennoch war es nun die HSG, die immer wieder am Drücker war. So richtig begann der offene Pokalfight in Minute 38, als Tim Jud den Rückstand auf nur noch zwei Tore schmelzen ließ und der sehr gut aufgelegte Joschua Braun mit seiner hohen Geschwindigkeit und vielen Durchbrüchen gar zum 20:21 verkürzte. Mehrmals schafften die Konstanzer danach den Anschluss, vergaben die Möglichkeit zum Ausgleich und mussten wieder einem Rückstand hinterherlaufen. Fünf Minuten vor dem Ende schien so alles gelaufen, Aue mit  26:23 in Front und scheinbar schon am Ziel. Tim Keupp und Michael Haßferter im Tor hielten die Hoffnungen auf eine Pokal-Überraschung jedoch weiter am Leben. Als dann auch noch Tom Wolf Aron Czako mit einem herrlichen Kempa-Trick bediente und der junge Linksaußen mit einer sehenswerten Flugeinlage vollendete, war plötzlich wieder alles offen. Nur noch 26:25 für Aue, knapp eine Minute vor Spielende. Diese Minute brachten die erfahrenen Haudegen aus dem 16 000-Einwohner-Städtchen mit aller Routine gut über die Runden und setzen mit der Schlusssirene den 27:25-Endstand.

 

„Wir haben es geschafft“, lobte der HSG-Trainer seine Mannschaft trotzdem, „Aues Defensive in Bewegung zu bringen und haben weniger Fehler gemacht.“ Gefühlt war sogar noch mehr drin. Das sah auch der 44-Jährige so, für den allerdings andere Aspekte wichtiger waren. Etwa, dass vor dem Saisonstart „noch einmal jeder die Chance bekommt, sich zu zeigen. Ich habe ein richtiges Bild unter Wettkampf-Härte gebraucht.“ Dieses müsste er bekommen haben und nicht unzufrieden sein, denn nach dem guten Auftritt bei einem etablierten Zweitligisten dürfte seine Mannschaft Selbstvertrauen für den Zweitliga-Saisonauftakt am Samstag in Hüttenberg getankt haben. Eblen: „Niveau und Intensität sind Schritt für Schritt gestiegen. Ich hoffe, wir können das in die Saison nehmen.“

 

Das komplette Spiel im Re-live: www.hsgkonstanz.de/livestream

 

EHV Aue – HSG Konstanz 27:25 (15:12)

  

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Simon Tölke (1 Parade), Michael Haßferter (4 Paraden) (Tor); Michel Stotz, Áron Czakó (2), Tom Wolf (3/1), Fabian Wiederstein (2), Paul Kaletsch (4/2), Felix Krüger (1), Fabian Maier-Hasselmann (2), Joschua Braun (5), Tim Jud (2), Tim Keupp (2), Samuel Wendel (2).

Trainer: Daniel Eblen

 

Zuschauer: 300 in der Erzgebirgshalle Lößnitz.

 

Schiedsrichter: Colin Hartmann (Magdeburg) und Stefan Schneider (Irxleben).

 

Saisonstart in der 2. Handball-Bundesliga:

24. August, 19.30 Uhr, in Hüttenberg

30. August, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle Konstanz gegen SG BBM Bietigheim

 

 

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