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Heißes Pflaster Bad Schwartau: Vom Bodensee an die Ostsee

Heißes Pflaster Bad Schwartau: Vom Bodensee an die Ostsee

Mit Entschlossenheit und einer Spur Wahnsinn im Gesicht: Matthias Stocker (links) und Felix Krüger wollen mit der HSG Konstanz auch an der Ostsee überraschen.

 

2. Handball-Bundesliga:

VfL Bad Schwartau – HSG Konstanz

(Samstag, 19 Uhr, Hansehalle Lübeck)

 

Mit dem Rückenwind zweier Erfolge in Serie und 6:6 Punkten macht sich die HSG Konstanz bereits am Freitagmittag auf den knapp 900 Kilometer langen Weg nach Lübeck, wo am Samstag um 19 Uhr in einer gut gefüllten Hansehalle – mit knapp 1600 Fans die am drittbesten besuchte Zweitliga-Spielstätte – der Tabellensiebte VfL Bad Schwartau die auf Platz zehn rangierenden Konstanzer empfängt. Ohne Druck, wie Torhüter Konstantin Poltrum unterstreicht, mit einem verschmitzten Lächeln aber hinzufügt, „um auch dort Punkte zu holen.“

 

Davor steht die zweitweiteste Auswärtsfahrt der Saison von der größten Stadt am Bodensee durch die ganze Bundesrepublik nach Schleswig-Holstein bis an die Ostsee. In der Agglomeration aus Bad Schwartau, der 20000-Einwohner-Marmeldadenstadt, und der auf der ganzen Welt für ihren Marzipan bekannten 216000-Einwohner-Stadt Lübeck wird es heiß hergehen. Nicht nur die Hansehalle mit ihren vielen laustarken Fans ist berüchtigt, auch der gastgebende VfL macht nach Platz 13 in der letzten Saison wieder mit starken Leistungen auf sich aufmerksam. Unter den Mannschaften, die bereits sechs Spiele ausgetragen haben, hat nur ein Team weniger Gegentore hinnehmen müssen als der langjährige Erstligist und DHB-Pokalsieger von 2001.

 

Für HSG-Cheftrainer Daniel Eblen ist dies auch die größte Stärke der eingespielten Mannschaft aus der zweitgrößten Stadt Schleswig-Holsteins. Zusammen mit dem 34-jährigen Schlussmann Dennis Klockmann, einem der besten Torhüter der 2. Bundesliga, baut der VfL ein regelrechtes Bollwerk auf. Bei der Frage, ob sich also zwangsläufig eine Abwehrschlacht zweier auf die Defensive bauender Mannschaften ergeben wird, winkt er jedoch ab: „Das lässt sich immer schwer sagen, wie so ein Spiel verläuft. Es kann auch ganz anders kommen, allerdings denke ich schon, dass beide Mannschaften viel Wert auf eine stabile Defensive bauen werden und dort auch ihre Stärken haben.“

 

Weiteren Rückenwind für die schwere Aufgabe bei einem erneut ganz großen Namen des deutschen Handballs hat sich seine junge Equipe durch den hart erkämpften 24:23-Sieg gegen Ex-Europapokalsieger Nordhorn-Lingen geholt. Der 42-jährige A-Lizenzinhaber freute sich insbesondere über die Schlussphase, in der seine Spieler noch einmal das Tempo erhöhen konnten. „Nach einem so intensiven Duell ist es einfach schön zu sehen, was für einen Willen meine Jungs an den Tag gelegt haben und wie sie die wichtigen Tore erzielt haben“, sagt Eblen zufrieden, bremst aber zugleich: „Der erste Heimsieg war schon eine tolle Sache – aber genießen kann man das nur sehr kurz. Der Fokus muss sofort wieder auf den nächsten starken Gegner gerichtet werden.“

 

Mit einem wurfgewaltigen Rückraum, spielerischen Fähigkeiten, guten Außen und vielen unterschiedlichen Strategien sieht er den geduldig und abgeklärt spielenden VfL auch in der Offensive als brandgefährlich an, obwohl Bad Schwartau vor Wochenfrist beim Erstliga-Absteiger TuS N-Lübbecke bei der zweiten Pleite der Saison lediglich 16 Treffer gelangen, während hingegen das eigene Defensiv-Bollwerk auch nur 21 Mal überwunden werden konnte. Eblen relativiert jedoch nach der Videoanlyse: „Es wurde versucht, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen und die Angriffe so lange wie möglich auszuspielen. Da haben sich zwei Teams richtig belauert, also war es klar, dass so nicht viele Tore fallen können.“ Am Samstag wird er mit VfL-Trainer Torge Greve auf einen alten Bekannten treffen. Erstmals, nachdem die beiden gemeinsam ihre A-Lizenz gemacht haben, treffen sie aufeinander. „Ein Top-Mann“, lobt Eblen sein Bad Schwartauer Pendant, „sowohl menschlich als auch sportlich. Man merkt, dass er gute Arbeit leistet und trotz des Mannschaftsspiels im Vordergrund die individuellen Stärken seiner Spieler gut in dieses System eingliedert.“

 

Die Trainingsarbeit in dieser Woche gestaltete sich in Konstanz derweil schwierig. Immer wieder mussten sich drei bis vier Akteure wegen Grippe sowie anderer kleiner Krankheiten abmelden und fehlten dem Diplom-Kaufmann. Bei einigen ist sogar ein Einsatz am Wochenende gefährdet, sodass sich der HSG-Coach bis kurz vor der Abfahrt am Freitagmittag nicht sicher über sein letztlich einsatzfähiges Personal an der Ostsee sein kann. 600 Kilometer nach Göttingen bewältigt der HSG-Tross bereits am Tag vor dem Spiel und bezieht dort Quartier in einem Hotel. Am Samstagmorgen soll sich noch einmal im hoteleigenen Fitnessbereich und Schwimmbad auf einen heißen Kampf eingestimmt werden, ehe Daniel Eblen seinen Akteuren spezielles Videomaterial vorführen wird und die letzten 300 Kilometer in Angriff genommen werden. „Wir werden hier den Kreislauf noch ein wenig ankurbeln und uns dann voll auf das schwere Spiel fokussieren“, erklärt er den Plan.

 

Torwart Konstantin Poltrum ist indes nicht bange vor dem Torhüter-Duell mit dem zweimal mit dem THW Kiel deutscher Meister gewordenen Dennis Klockmann, einem Meister seines Fachs. „Wir freuen uns auf die tolle Kulisse, wissen wie stark Bad Schwartau in eigener Halle ist“, sagt der 22-Jährige und schiebt gewohnt frech hinterher: „Aber ich habe dort schon Punkte mit Hüttenberg geholt. Wenn wir wieder unsere Leistung abrufen und an unsere Grenze gehen, ist selbst hier etwas drin. Dafür fahren wir dorthin.“

 

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