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Der Spitzenreiter kommt: Gegen Hamm „nächsten Schritt machen“

Samuel-Wendel-HSG-Konstanz-Bietigheim Samuel Wendel im Spiel gegen Bietigheim: An diese furiose Vorstellung möchte die HSG anknüpfen.

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – ASV Hamm

(Samstag, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle)

 

Dass der Start in die 2. Bundesliga angesichts des Auftaktprogramms schwer werden würde, war jedem bei der HSG Konstanz klar. Nach zwei guten Auftritten gegen die beiden Ex-Erstligisten und Topteams Hüttenberg und Bietigheim steht nun der Höhepunkt an Herausforderung bevor. Am Samstag, 20 Uhr, kommt der aktuelle Spitzenreiter der „stärksten zweiten Liga der Welt“, der ASV Hamm, in die „Schänzle-Hölle“ – ebenfalls ein Ex-Erstligist, der sich in dieser Saison die Rückkehr in Liga eins auf die Fahnen geschrieben hat.

 

Die aktuelle Bilanz der Westfalen liest sich beeindruckend: 4:0 Punkte, plus 18 Tore, Rang eins und dazu einziger Zweitligist im Achtelfinale des DHB-Pokals, nachdem man Erstligist GWD Minden mit 31:21 abgewatscht und auch Empor Rostock – Konstanz‘ Gegner in der Aufstiegsrelegation zur 2. Bundesliga – mit 28:19 aus dem Weg geräumt hatte. Mit einem Heimspiel am 2. Oktober gegen die Eulen Ludwigshafen darf weiter vom Einzug in das Viertelfinale geträumt werden. Das Final Four in Hamburg wäre dann nur noch einen Schritt entfernt. Alles ein schönes Sahnehäubchen, doch die 27:18- und 36:27-Siege gegen Bietigheim und Dresden dürften Gästetrainer Kay Rothenspieler deutlich wichtiger sein. So könnte nach den Plätzen sechs und vier in den vergangenen beiden Spielzeiten nun der ganz große Wurf gelingen, auf den seit Jahren mit professionellen Strukturen hingearbeitet wird.

 

Die hochkarätigen Neuzugänge Merten Krings, Marten Franke (beide TV Emsdetten) sowie der junge Niederländer Ivar Stafvast (Limburg) brachten viel Qualität hinzu und könnten in einer ohnehin sehr eingespielten, erfahrenen und routinierten Mannschaft das letzte fehlende Puzzleteil gewesen sein. „Die ganze Mannschaft ist reifer geworden und unsere Mentalität hat sich sehr positiv verändert“, freut sich Rothenspieler, früher selbst deutscher Nationalspieler. Auf Seiten der HSG Konstanz steigt angesichts der klaren Rollenverhältnisse schon wieder die Vorfreude auf das nächste Highlight, denn „viel schwieriger und heftiger“ wird es diese Saison für die HSG nicht werden, ist sich Daniel Eben sicher.

 

Der Cheftrainer der Konstanzer musste mit seiner Mannschaft zuletzt zwei knappe, äußerst unglückliche Niederlagen hinnehmen, die, hätte man sie vor der Saison so vorhergesagt, für viele schon eine überaus positive Überraschung gewesen wären. Nun ist Eblen trotz der völlig ausgeglichen verlaufenen Begegnungen gegen zwei große Favoriten dennoch nicht ganz zufrieden. „Damit“, führt er aus, „war zwar gegen einen Erstliga-Absteiger nicht zu rechnen. Aber es waren sogar Möglichkeiten auf Zählbares da.“ Punkte auf der Habenseite wären dabei nicht nur für die Tabelle und das Saisonziel Klassenerhalt wichtig gewesen, auch „für das Gemüt hätten sie gut getan“, so der 44-Jährige.

 

Im Duell David gegen Goliath geht es ihm daher vor allem um den nächsten Schritt in der Entwicklung und Anpassung an das hohe Niveau in der 2. Bundesliga. Zumal gegen eine „echte Männermannschaft“ mit „dem besten Angriffsspieler der Liga“, als den er Neuzugang Merten Krings bezeichnet. Noch mehr Geschwindigkeit im eigenen Spiel nach vorne, mehr Abschlüsse aus dem Rückraum gegen kompakt und defensiv stehende Gegner und noch flüssigeres Zusammenspiel sind seine Wünsche. Gegen die aktuell wohl am besten in Fahrt befindliche Mannschaft der Liga eine Herkulesaufgabe, das weiß auch der A-Lizenzinhaber. Eblen: „Die Entwicklung der letzten Jahre in Hamm ist aller Ehren wert. Kai wird seine Mannschaft früher oder später in die 1. Liga führen.“

 

Rothenspieler selbst erwartet ein sehr emotionales Match im Konstanzer Hexenkessel und  nimmt die Favoritenrolle an. Gleichzeitig fordert er, ein „engagiertes, konzentriertes und gutes Spiel“, das für den dritten Erfolg im dritten Spiel nötig sei. Denn über die HSG Konstanz weiß er, „dass sie die Spiele mit sehr viel Leidenschaft angegangen sind. Es waren knappe Niederlagen und vielleicht fehlte ein wenig die Cleverness in den entscheidenden Phasen.“ In der 180 000 Einwohner zählenden Großstadt  hatte man sich schon im Juni auf das Gastspiel am Bodensee gefreut. Rothenspieler damals: „Auf Konstanz freuen wir uns, das ist wieder eine schöne Fahrt.“ Und er ergänzte: „Mit den Aufsteigern kommen wieder gute Mannschaften dazu. Das macht die Liga noch stärker.“

 

Ziel der Gelb-Blauen im zweiten Heimspiel ist weiter an sich zur arbeiten und aus den gewonnenen Erfahrungen zu lernen. Gestählt durch die Vergleiche mit den absoluten Topteams der Liga soll dann bald auch endlich die Belohnung in Form von Punkten kommen. Gegen Hamm heißt es erst einmal sich bestmöglich zu wehren, einen heißen Kampf zu liefern und möglichst wieder zu überraschen. Was auch immer dies gegen das derzeit heißeste Team des Bundesliga-Unterhauses heißt. Zumindest die bisherigen Aufeinandertreffen in der Schänzle-Hölle waren bei den 26:28- bzw. 21:24-Niederlagen richtig eng und bis in die letzten Sekunden hart umkämpft.

 

Livestream, Tickets, Pressekonferenz: Rund um das Heimspiel

 

Tickets sind online unter www.hsgkonstanz.de/ticktes erhältlich. Mit dem PDF auf dem Smartphone oder dem Print@Home-Ticket können lange Warteschlagen an der Abendkasse einfach umgangen werden.

 

Neben den nur bei früher Anreise freien Parklätzen an der Halle dient der nur wenige Minuten entferne Großparkplatz am Bodenseeforum als Ausweichplatz.

 

Alle Spiele der HSG Konstanz in der 2. Bundesliga (Heim- und Auswärtspartien) werden im kostenlosen Livestream auf www.hsgkonstanz.de/livestream übertragen.

 

Nach der Partie wird auf dem Spielfeld die Pressekonferenz mit beiden Trainern stattfinden.


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