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Mit „Herz, Wille und Cleverness" gegen Ferndorf – Spiel gegen Aue verlegt

Team-HSG-Konstanz-Dormagen Emotionale Bank: Darauf wird es auch am Sonntag gegen Ferndorf ankommen. Foto: Sebastian Wolf

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – TuS Ferndorf

(Sonntag, 17 Uhr, Schänzle-Sporthalle)

 

Abschluss der englischen Woche: Nach dreieinhalb Wochen Pause zuvor bestreit die HSG Konstanz am Sonntag ihr drittes Spiel innerhalb von acht Tagen. Zu Gast ist der TuS Ferndorf, der zweimal mit dem kompletten Kader in Quarantäne musste und nach der Spielpause am Mittwoch direkt den Aufstiegsfavoriten ASV Hamm mit einer ganz starken Leistung deutlich bezwang und mit einer 21:27-Niederlage nach Hause schickte. Indes wurde am Freitagmittag das Duell der HSG in einer Woche am Schänzle gegen Aue verlegt. Grund ist die weiter andauernde Quarantäne des EHV Aue. Die Partie gegen Ferndorf wird ab 16.40 Uhr im kostenlosen Livestream auf www.hsgkonstanz.de/livestream mit zwei Kameraperspektiven, zwei Kommentatoren sowie Vor- und Nachberichterstattung übertragen.

 

Lübbecke, dann Dormagen. Zwei Erlebnisse, die alle Konstanzer schnell aus den Gedächtnissen verbannen möchten. War die Form vor der dreieinhalbwöchigen Zwangspause noch sehr gut, so hängt die HSG dieser nun deutlich hinterher. Der 31:26-Sieg gegen Tabellenführer Dessau, dessen einzige Niederlage aus dem Gastspiel am Bodensee rührt, und der über weite Strecken ebenfalls gute, wenn auch nicht mit Zählbarem belohnte Auftritt in Eisenach müssen das Maß für die schwere Aufgabe gegen den TuS Ferndorf sein. Es scheint, als sei die Pause Gift für Konstanz gewesen, in der man sich auf Spiele, die kurzfristig nicht stattfanden, vorbereiten musste, anstatt gezielt an den Defiziten und der individuellen Entwicklung arbeiten zu können. Ein leuchtendes Beispiel, wie man mit fehlendem Rhythmus und gar fast komplett eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten umgehen kann, ist Ferndorf. Zweimal wurde die gesamte Mannschaft vom örtlichen Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt, obwohl nur ein Spieler positiv getestet worden war. „Es wird eine schwierige, komische, keine normale Saison“, sagte Trainer Robert Andersson dem HSG-Magazin. „Wir verstehen alle die Situation der Pandemie und die Gesundheit geht vor. Dennoch wurden wir benachteiligt und leiden unter dieser Wettbewerbsverzerrung der langen, doppelten Quarantäne für den kompletten Kader. Das tut uns sehr weh.“ Als Spieler bestritt er 139 Länderspiele für die schwedische Nationalmannschaft, in denen er 259 Tore erzielte, 1994 und 1998 Europameister wurde und bei den Olympischen Spielen 1992 und 1996 jeweils die Silbermedaille gewann. Als Trainer war er u.a. für den HC Erlangen in der 1. Bundesliga aktiv.

 

Seine Mannschaft zeigte sich trotz aller Widrigkeiten bereits nach wenigen Tagen der Rückkehr in den normalen Trainingsalltag bemerkenswert stark und bezwang den Titelkandidaten Hamm souverän mit 27:21. Für HSG-Coach Daniel Eblen ist Ferndorf eine „richtig gute Mannschaft mit sehr gefährlichen Halbspielern.“ Insbesondere Jonas Faulenbach, der erstligaerfahrene Patrick Weber und Andreas Bornemann sorgen für viel Wurfkraft aus der Distanz. Ein interessanter Mann ist zudem Neuzugang Torben Matzken, der auf Mitte die Fäden zieht und mit 20 Jahren zwar jüngster, mit 19 Treffern aber zugleich bester Torschütze im Kader ist. Die Karriere des Neuzugangs von den Füchsen Berlin ist bereits weiter geplant: In der nächsten Saison geht es weiter zum Schweizer Serienmeister Kadetten Schaffhausen. Für Linksaußen kam mit Lucas Pechny der Toptorschütze der ersten slowakischen Liga und vom kroatischen Abonnementmeister und Champions-League-Starter Zagreb Rechtsaußen Josip Eres zu den Siegerländern.

 

„30 technische Fehler in den beiden letzten zusammen sind zu viel. Damit gewinnt man kein Spiel“, betont Eblen und erhofft sich mehr Zug zum Tor und Überzeugung in den Aktionen. Denn „gerade im Spiel in die Breite ist die Gefahr groß, dass der Gegner zu Ballgewinnen kommt. Wir müssen intelligenter auftreten. Herz und Einsatz sind 0hne Zweifel da, aber Selbstvertrauen und Cleverness brauchen wir jetzt ebenfalls.“ Zuschauer sind weiter nicht zugelassen, das macht dem Verein nicht nur finanziell, sondern der sehr jungen Mannschaft auch emotional schwer zu schaffen. „Damit müssen wir umgehen. Das hat weniger konkret mit Handball zu tun“, spielt er auf die schwierigen Umstände an. „Es ist nichts mehr planbar.“ Zumindest eins steht fest: Am 27. November wird kein drittes Geisterspiel in Folge in der Schänzle-Sporthalle gegen Aue stattfinden.

 

Die Partie gegen Ferndorf wird ab 16.40 Uhr im kostenlosen Livestream auf www.hsgkonstanz.de/livestream mit zwei Kameraperspektiven, zwei Kommentatoren sowie Vor- und Nachberichterstattung übertragen.

 

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