Head Bundesliga mit Zertifikat farbig

bl saison

Berichte

Daniel Eblen: „Man muss sich selbst immer wieder hinterfragen und manches ändern, um es gut zu haben“

Daniel-Eblen-HSG-Konstanz-Hamm Klassenerhalt: Das große Ziel Daniel Eblens und seiner Schützlinge.

Nach 18 von 34 Partien rangiert die HSG Konstanz über den beiden Abstiegsplätzen auf dem Relegationsrang. Kurz vor dem Start in die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte der 2. Bundesliga sprach Cheftrainer Daniel Eblen mit Pressesprecher Andreas Joas über das Feuer in ihm, Motivation und Emotionen sowie die Hinrunde und Herausforderungen in den letzten 16 Saisonspielen.

 

Daniel Eblen (45) ist seit Anfang 2004 Cheftrainer der HSG Konstanz, bei der der A-Lizenzinhaber alle Mannschaften von der Jugend bis zur 2. Bundesliga durchlaufen hat. Der gebürtige Konstanzer ist Diplom-Kaufmann und befindet sich in seiner 17. Spielzeit als Verantwortlicher an der Seitenlinie. Damit ist der dreifache Familienvater der dienstälteste Trainer in der 1. und 2. Bundesliga.

 

Dani, Dein sehnlichster Wunsch für die Zeit nach Weihnachten war ein Bett und etwas Ruhe. Sind die Wünsche in Erfüllung gegangen?

(lacht) Es ist leider so, dass Wünsche öfter nicht eintreten. Als Vater von drei kleinen, lebhaften Kindern war das wohl auch irgendwie klar und das ist auch okay so.

 

Nach der Belastung in der Hinrunde gab es hoffentlich dennoch etwas Zeit für Erholung?

Die gab es in dem Sinn, dass ich auf anderer Ebene gefordert war, mich mit anderen Dingen beschäftigt habe und etwas Abstand zum Handball gewinnen konnte. Jetzt geht es schon wieder in die Vorbereitung rein.

 

Bei der Vorbereitung als Trainer: Wie sehr kann man das mit einem Schachspiel vergleichen?

Vordergründig nicht so sehr. Man arbeitet mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten, die sich jedoch ständig ändern. Handball ist ein sehr emotionaler Sport, das darf man dabei nicht vergessen. Wichtig ist daher, dass die Spieler es nicht als Schach ansehen und Spiele emotional angehen. Wer sich zu sehr auf Taktik und Schach verlässt, hat keine Chance.

 

Wie verhält sich dies als Trainer? Muss man sich das Feuer, Du bist bereits seit 17 Jahren Cheftrainer der HSG, bewahren?

Man hat natürlich seine eigenen Emotionen. Aufgabe eines Trainers ist jedoch, die auf dem Spielfeld zu beeinflussen. Wenn man das Gefühlt hat, sie fehlen, muss man versuchen, sie von außen reinzubringen. Sind sie schon da, sollte man über das, was glüht, nicht noch zusätzlich Öl drüber gießen und es kaputt machen. Man verhält sich gegenläufig und versucht, mit seiner Körpersprache entsprechend einzuwirken.

 

Du sagtest einmal, die nötigen Emotionen sind Arbeit. Jedes Mal aufs Neue. Was treibt Dich seit 17 Jahren an?

Die Motivation ändert sich. Als junger Trainer, dazu noch als Sohn des Präsidenten, wollte ich mich beweisen und zeigen, dass ich es kann, der Richtige dafür bin. Mit der Zeit ging der Fokus von sich selbst in Richtung des Konstrukts darum herum. Ich versuche das große Ganze so positiv wie möglich zu beeinflussen. Ich bin schon ewig im Verein dabei und habe hier als Kind mit dem Handballspielen begonnen. Der Club ist mir ans Herz gewachsen. Wenn es schlecht läuft, tut es daher doppelt weh.

 

Mit 13 Punkten wurde die Hinrunde abgeschlossen. Welche Gefühle tun sich beim Blick darauf auf?

Sie war sehr anstrengend – wie immer, für alle Spieler und Trainer. Wir konnten gute Leistungen zeigen, mit einigen schwächeren Spielen wie zuletzt gegen Hüttenberg. Im Ganzen war die Leistung echt gut. Drei Punkte haben wir jedoch liegen gelassen wie uns das nicht passieren sollte. Das war dumm, wir hätten mehr holen können. Die Hinrunde ist deshalb nicht leicht einzuordnen. Man hört oft, man hätte sich nicht für die Leistung belohnt. Für uns kann man das aber wirklich so sagen.

 

Wo liegen die Herausforderungen in den letzten 16 Saisonspielen?

Es wird wichtig, die große Leistungskonstanz, die wir in der Hinrunde hatten, wieder zu erreichen. Mit wenigen schlechten Spielen. Die Konstanz war gut – lediglich in der Spitze hat sie uns gefehlt. Wir waren nicht durchgehend auf Topniveau, das es benötigt, um Punkte zu holen. Man sieht, wie schwer das ist. In der Vorbereitung wollen wir dahin kommen, dass wir dieses grundsätzliche Niveau erreichen.

 

Der Jahreswechsel ist oft mit Vorsätzen verbunden. Bei Dir auch?

(überlegt kurz) Vorsätze in dem Sinne nicht. Man sollte damit nicht bis zu Beginn  eines neuen Jahres warten, sondern Dinge gleich in Angriff nehmen. Auf jeder Ebene, beruflich wie privat, muss man sich selbst immer wieder hinterfragen und manches ändern, um es gut zu haben.

 

Was möchtest Du im Sommer über die HSG am liebsten lesen?

Klassenerhalt in der 2. Bundesliga geschafft! (lächelt)

 

Fragen: Andreas Joas

Mit zehn Mann rauf auf Platz zwei: A-Jugend mit fu...
A-Jugend startet mit schwerer Bundesliga-Auswärtsh...

Ähnliche Beiträge

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://hsgkonstanz.de/

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Durch Benutzen der Seite stimmen Sie unserer Cookie-Politik und Datenschutzerklärung zu.