Sport für alle – Stadt muss Inklusionsprojekt weiter fördern
Sport verbindet – unabhängig von Alter, Herkunft oder körperlichen Voraussetzungen. Genau diesen Gedanken lebt der AktivGarten der Handballspielgemeinschaft (HSG) Konstanz. Das inklusive Bewegungsangebot ermöglicht Kindern mit und ohne Beeinträchtigung, gemeinsam zu spielen, sich zu bewegen und voneinander zu lernen. Trotzdem wollte die Stadtverwaltung die Förderung auslaufen lassen.
Der AktivGarten richtet sich an Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren. Im Jahr 2023 begann die Inklusion zunächst in den „Pinguingruppen“ (Minihandball, 6–7 Jahre). Im Zuge der Projekterweiterung kamen 2024 der „HandballSportGarten“ (Kinder 3–5 Jahre) sowie die „Seelöwen“ (ganzheitliches Training, nicht handballspezifisch, Kinder 8–13 Jahre) hinzu.
Im Mittelpunkt stehen nicht Leistung oder Wettkampf, sondern Freude an der Bewegung, motorische Entwicklung und das gemeinsame Erleben. Kinder mit Förderbedarf nehmen dabei selbstverständlich an den regulären Gruppenangeboten teil und werden – je nach individuellem Bedarf – von qualifizierten Inklusionsfachkräften begleitet. Ziel ist eine vollständige Integration statt einer Trennung in spezielle Gruppen.
Rücksichtnahme, Empathie und Teamgeist
Gleichzeitig leben auch alle anderen Kinder hier frühzeitig Vielfalt. Gemeinsames Spielen und Sporttreiben fördern nicht nur Koordination und Beweglichkeit, sondern auch soziale Kompetenzen wie Rücksichtnahme, Empathie und Teamgeist. Erfahrungen der HSG zeigen zudem, dass viele Kinder mit Förderbedarf deutliche Fortschritte in ihrer motorischen, sozialen und emotionalen Entwicklung machen.
Der AktivGarten schließt eine Versorgungslücke im Freizeit- und Vereinssport. Für viele Familien wäre eine Teilnahme ihrer Kinder am regulären Sportbetrieb ohne die individuelle Begleitung kaum möglich. Entsprechend groß ist die Nachfrage, die inzwischen die vorhandenen Kapazitäten übersteigt. Derzeit können nur rund dreißig Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf das Angebot nutzen.
In den drei Gruppen sind jeweils zwei Inklusionsfachkräfte tätig, alle zusammengerechnet im Umfang von 21 Wochenstunden. Finanziert wurde das Projekt seit Sommer 2024 mit zweimal 26.600 Euro aus dem städtischen Haushalt – schon damals setzte sich der Gemeinderat über die ablehnende Haltung der Stadtverwaltung hinweg. Dazu kam zuletzt ein einmaliger Zustupf aus der Cerlowa-Stiftung. Beide Förderungen für den AktivGarten sind dieser Tage ausgelaufen. Weiterhin erhält die HSG natürlich die für alle Konstanzer Sportvereine übliche Grundförderung, etwa die kostenfreie Nutzung der Sporthalle und den Übungsleiterzuschuss.
Aber kosten darf es nichts!
Öffentlich erfährt das Projekt große Anerkennung. Der Landkreis Konstanz zeichnete den AktivGarten als vorbildliches Inklusionsprojekt aus, zudem erhielt das Projekt Unterstützung durch den Rotary Club Konstanz-Mainau. Wie schon 2024 lehnte indes die Stadtverwaltung auch diesmal eine Förderung des AktivGartens aus dem Stadtsäckel ab. Inklusion sei kein Projekt, sondern eine Haltung, argumentiert die Beschlussvorlage – als könne etwa guter Wille allein einen Rollstuhl über Treppen hieven. Zu Recht betonte Stadträtin Swetlana Wiedenbeck vom Jungen Forum (JFK) in der Diskussion, Inklusion brauche auch Ressourcen – und die kosten halt Geld. Doch davon will die Verwaltung nichts wissen. Inklusion „ist ein struktureller Auftrag an alle Vereine und nicht die Grundlage einer Einzelförderung für einen Verein“, schiebt das Papier die Kostenkarte an die Sportvereine weiter.
Wenn dir ein Projektantrag nicht gefällt, überhöhe das Vorhaben zu einem generellen Problem und verweise es sodann in einen Arbeitskreis: Nach diesen bewährten Rezept der Verwaltungspraxis argumentiert die Stadtverwaltung weiter: Inklusion sei „eine gesamtstädtische Querschnittsaufgabe, die einer koordinierten, ressortübergreifenden Strategie bedarf“. Dabei sei das Sozial- und Jugendamt federführend, und dort befasse sich bereits eine Arbeitsgruppe „Inklusion in der Jugendhilfe“ mit dem Thema.
Der AktivGarten richtet sich an Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren. Im Jahr 2023 begann die Inklusion zunächst in den „Pinguingruppen“ (Minihandball, 6–7 Jahre). Im Zuge der Projekterweiterung kamen 2024 der „HandballSportGarten“ (Kinder 3–5 Jahre) sowie die „Seelöwen“ (ganzheitliches Training, nicht handballspezifisch, Kinder 8–13 Jahre) hinzu.
Im Mittelpunkt stehen nicht Leistung oder Wettkampf, sondern Freude an der Bewegung, motorische Entwicklung und das gemeinsame Erleben. Kinder mit Förderbedarf nehmen dabei selbstverständlich an den regulären Gruppenangeboten teil und werden – je nach individuellem Bedarf – von qualifizierten Inklusionsfachkräften begleitet. Ziel ist eine vollständige Integration statt einer Trennung in spezielle Gruppen.


















