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Über die Bundesliga zur EM: Moritz Ebert kämpft um Beachhandball-Medaillen

Über die Bundesliga zur EM: Moritz Ebert kämpft um Beachhandball-Medaillen

Große Vorfreude auf Sommer, Sand und großen Sport: HSG-Torwart Moritz Ebert ist heiß auf die Beachhandball-EM in Kroatien. (Foto: BBN Handball)

 

Moritz Ebert ist im Stress. In positivem Stress, wie er selbst sagt. In einem, der ihm ein breites Grinsen, Stolz und riesengroße Vorfreude auf das Gesicht legt. Aktuell träumt der Torwart der Konstanzer A-Jugend, mit der er erst am Wochenende die sechste Bundesliga-Qualifikation der HSG feiern durfte, von Sommer, Sonne, Strand und dem geliebten Handball – aber vor allem von spektakulären Flugeinlagen und, so offen und ehrgeizig ist der 16-Jährige, von den Medaillen. Wie schon im letzten Jahr nimmt er mit der deutschen Nationalmannschaft an der Beachhandball-Europameisterschaft teil. Von 16. bis 18. Juni greift er dabei mit dem 10-köpfigen DHB-Aufgebot – darunter zwei Torleute – der U17-Auswahl in Kroatien nach den Sternen und Podestplätzen.

 

Dafür nimmt er auch gerne großen Terminstress in Kauf. Während Gleichaltrige am Wochenende durch die Disco ziehen und den Sommer im Strandbad genießen, heißt es für ihn, beizeiten ins Bett gehen, sich auf den Wettkampf, das Spiel, konzentrieren und Schule, Bundesliga- und Nationalmannschaft gleichermaßen gerecht zu werden. Alles nicht selbstverständlich. In den letzten Wochen war er im Dauereinsatz. Mit der HSG Konstanz nahezu an jedem Wochenende im Qualifikationsmarathon für die Bundesliga, mit dem DHB-Team dazwischen bei Lehrgängen vor der Europameisterschaft.

 

„Ich hatte zwar seit Wochen keine Pause und es ist nicht leicht, immer alles unter einen Hut zu bekommen“, erklärt der talentierte Schlussmann, „schließlich soll weder die Schule noch der Sport darunter leiden, aber mit der nötigen Planung ist das gut möglich.“ Am vergangenen Samstag war er der HSG Konstanz als bestes Team der Qualifikations-Endrunde noch der große Rückhalt in Ahlen/Westfalen und konnte kurz mit seinen Mitspielern die vorzeitige Qualifikation feiern, ehe er sich direkt auf den Weg nach Kelkheim zum finalen Vorbereitungslehrgang der Nationalmannschaft machte. Konstanz musste da das letzte Spiel schon ohne einen seiner Leistungsträger absolvieren.

 

„Das ist doch toll, dafür nimmt man das alles gerne auf sich“, schwärmt Ebert vor den kommenden Herausforderungen. Denn, so der Schüler, neben der besonderen Stimmung bei einem großen Turnier und der speziellen Atmosphäre in den Beachhandball-Arenen ist das deutsche Team besonders heiß darauf, noch besser als im letzten Jahr abzuschneiden. Damals war, obwohl die „Todesgruppe“ mit Ungarn, Kroatien und Bronzemedaillengewinner Italien überstanden wurde, im Viertelfinale gegen den späteren Europameister Spanien Endstation.

 

Nun warten die Ukraine, die Schweiz, Serbien – und Spanien. „Natürlich wollen wir die Revanche“, lacht der Blondschopf. „Aber wir wissen um die erneute Stärke unserer Gruppe, da dürfen wir keinen unterschätzen.“ Die beiden Gruppenersten qualifizieren sich ebenso wie die zwei besten der drei Gruppendritten für das Viertelfinale. Gespielt werden zweimal zehn Minuten. Der Torwart schwärmt: „Beachhandball ist ein extrem schneller Sport mit Sommer, Sonne, Strand – aber auf Sand ist es auch besonders anstrengend.“ Dazu wird der Torhüter mehr als in der Halle in das Spiel einbezogen, denn durch ihn erzielte Tore sind wie Trickwürfe zwei Punkte wert.

 

Auf Sand sind zudem ganz besonders spektakuläre Flugeinlagen möglich und er steht aufgrund der geringeren Abwehrarbeit noch mehr im Fokus als in der Halle. „Es sind immer enge Spiele, in denen die Torhüter noch entscheidender sein können und mehr auf sich alleine gestellt sind.“ Sein Erfolgsrezept auf Sand? „Unerwartete Bewegungen einstreuen“, verrät er mit einem schelmischen Grinsen. Mehr wird noch nicht verraten, denn in Zagreb sei es Ziel, die Gruppenphase zu überstehen. „Im Viertelfinale ist dann alles möglich“, so Ebert. Dafür sorgt auch der Spielmodus, in dem beide Halbzeiten getrennt gewertet werden. Gewinnt jede Mannschaft eine Hälfte, gibt es direkt einen Shootout. Die Stunde für gewitzte, reaktionsschnelle Keeper wie Moritz Ebert.

 

„Letztes Mal waren wir nahe dran am späteren Sieger Spanien“, so das 1,88 Meter große Talent. Das von Nationaltrainer Konrad Bansa betreute DHB-Team sei nun weiter als vor einem Jahr und variabler aufgestellt. „Ich werde jeden Moment genießen“, erzählt Ebert auf dem Weg von Kelkheim nach Kroatien. „Jeder ist stolz, den Adler auf der Brust tragen und Teil dieses super zusammengewachsenen Teams sein zu dürfen. Wir sind alle gute Freunde geworden und wollen uns nun zusammen für die harte Arbeit belohnen.“ Mit der HSG-A-Jugend hat er seine ersten Ziele schon erreicht. Sollte nach der Europameisterschaft nochmals ein Happy End gefeiert werden können, das handballverrückte Hause Ebert würde Kopf stehen. Vorher heißt es genießen, das zweite große Karrierehighlight von Moritz Ebert.

 

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