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„Wenn wir eine davon reinmachen, gewinnen wir“: HSG lässt gegen Ferndorf zahlreiche Großchancen aus

„Wenn wir eine davon reinmachen, gewinnen wir“: HSG lässt gegen Ferndorf zahlreiche Großchancen aus

Riesengroße Enttäuschung nach langer Führung und vielen Chancen zur Vorentscheidung: Gregor Thomann konnte wie 1300 HSG-Fans die Niederlage gegen Ferndorf nicht fassen.

 

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – TuS Ferndorf 24:26 (13:11)

 

Das Heimspiel vor 1300 Zuschauern gegen den im Vergleich zum Hinspiel deutlich verstärkten TuS Ferndorf wurde für die HSG Konstanz nach langem Kampf zu einem ganz bitteren Abend. Abgesehen von der Anfangsphase lag Konstanz bis knapp acht Minuten vor dem Ende stets in Front, lange sogar mit drei Toren, doch die letzten fünf Minuten hielten für die Gastgeber ein Unglück nach dem anderen bereit, sodass die Siegerländer einen 26:24 (11:13)-Erfolg mit ihren zahlreich mitgereisten Fans feiern durften.

 

Aus Sicht der Konstanzer war es nicht zu fassen, was sich in den letzten fünf Minuten vor 1300 stehenden Fans abspielte. 23:22 führte die HSG Konstanz, dann kam wirklich alles zusammen und es lief schief, was nur schief laufen konnte. HSG-Cheftrainer Daniel Eblen, sichtlich mitgenommen, haderte nach dem Schlusspfiff: „Das ist heute richtig bitter in die Hose gegangen, richtig  schade. Wenn man schlecht spielt und verliert muss man das akzeptieren, wenn man aber über weite Strecken ganz gut spielt ist das richtig schwer und richtig schade. Ich weiß nicht, ob ich heute überhaupt nur ein bisschen Schlaf finde.“

 

In toller Atmosphäre im gut gefüllten Hexenkessel Schänzle-Hölle, auch dank der lautstarken Unterstützung der TuS-Anhänger, rauften sich die 1300 HSG-Fans bald immer wieder die Haare. Erst fing Mathias Riedel bei eigener Überzahl einen Pass ab – und warf auf das leere Tor der Gäste. Der Ball klatschte aber nur an den Pfosten und von dort zurück zu Riedel, der im Fallen und mit dem Rücken zum Tor den Ball doch noch im TuS-Tor unterbrachte – aber der Treffer fand keine Anerkennung durch die Unparteiischen. Dann, es stand nun 23:23, schritt Gregor Thomann zur Siebenmetermarke – doch, nachdem der Rechtsaußen wenige Minuten zuvor noch mit einem ganz frechen Dreher vom Punkt vollendet hatte, scheiterte er nun an Kai Rottschäfer.

 

Das ganze Konstanzer Unglück trieb dann ein Tempogegenstoß von Fabian Schlaich auf die Spitze, als erneut Kai Rottschäfer seine Finger entscheidend an den Ball brachte, sodass er an die Latte krachte. Wieder kein Treffer für die HSG. Anders auf der Gegenseite. Der überragende Nikola Stojcevski, ehemaliger mazedonischer Nationalspieler, WM- und Champions-League-Teilnehmer, krönte seine starke Leistung mit seinem neunten Tor per Siebenmeter – durch die Beine des eingewechselten Patrick Glatt. Und kurz darauf scheiterte auch noch Chris Berchtenbreiter nach überstandener Schulterverletzung frei vom Kreis am nun groß auftrumpfenden Kai Rottschäfer.

 

„Mehr ging ja fast gar nicht“, schüttelte Eblen fassungslos den Kopf und ärgerte sich: „Wir haben eigentlich ein super Handballspiel gemacht. Am Ende waren wir aber nicht klug genug“. Zuvor hatte er mehrfach versucht, das Spiel seiner Mannschaft zu beruhigen. „Das haben wir mehrmals angesprochen, doch wir haben den Ball einfach nicht mehr in das Tor bekommen. Das waren ja keine schwierigen Würfe. Wenn wir einen davon reinmachen, gewinnen wir das Spiel – und das war nicht so diffizil.“ Oft hatte seine junge Equipe in den letzten Minuten noch einmal an Tempo zulegen und Spiele für sich entscheiden, „heute ging das nach hinten los“, so der A-Lizenzinhaber. „Wir sind alle sehr enttäuscht, weil nach einem guten Spiel deutlich mehr drin war.“

 

Den Unterschied machte hier die ganze Routine und Cleverness des 32-Jährigen Stojcevski, über den das komplette TuS-Angriffsspiel lief. Eblen über den neunfachen Torschützen: „Der macht heute das Spiel, weiß ganz genau in welcher Situation was gespielt wird, es ging ja alles über ihn. Wir haben zwar versucht, ihn aus dem Spiel zu nehmen, aber dann war natürlich mehr Platz für die anderen. Diese Cleverness und wieder der Killerinstinkt haben uns gefehlt.“

 

Gerade, weil das Spiel nach kurzem 1:3-Rückstand konstant von der HSG dominiert worden war, saß die Enttäuschung besonders tief. Über 5:3 (8.), 7:5 (12.) und 11:10 durch Fabian Maier-Hasselmann nach 25 Minuten gelang es den Gelb-Blauen, sich in einem von zwei guten Abwehrreihen dominierten Spiel bis zur Halbzeit mit zwei Toren in Führung zu bringen. Nach dem Seitenwechsel dauerte es allerdings lediglich eineinhalb Minuten und der Vorsprung war weg, 13:13. Mathias Riedel war es, der sein Team aber bald wieder in die Spur und mit 19:16 in Führung brachte (43.). Wären nicht mehrere Pässe zum Tempogegenstoß zu ungenau gewesen und vom TuS Ferndorf abgefangen worden, die HSG hätte sich schon vorentscheidend absetzen können. So aber spielten die abgezockten Gäste aus Nordrhein-Westfalen fast aufreizend lange ihre Angriffe aus – mit Erfolg. Jeder kleine Fehler wurde sofort bestraft. Fabian Maier-Hasselmann: „Das bittere ist, dass wir am Ende so viele Fehler gemacht und das Spiel selbst hergegeben haben. Wir hatten das Spiel eigentlich gut im Griff und können den Sack zumachen. Wenn wir diese drei, vier Tore machen, ziehen wir entscheidend weg und es passiert gar nichts mehr. Schade, weil wir davor gut gearbeitet und uns innerhalb weniger Minuten selbst um den Lohn gebracht haben.“

 

Daniel Eblen gab sich dennoch kämpferisch und ließ sich nach einer bislang äußerst gut verlaufenen Saison auch nicht seinen Optimismus und seinen Glauben an die eigenen Stärken nehmen: „Wir müssen irgendwo unsere Punkte zusammensammeln, das war uns doch allen bewusst. Ich denke, wir haben das bis jetzt sehr gut hingekriegt. Der Kopf muss jetzt einfach schnell wieder hoch. Ab morgen gehen wir das wieder an.“ Vor dem schweren Auswärtsspiel bei der HSG Nordhorn-Lingen am Samstag erinnert er bewusst an gar nicht lange zurückliegende Überraschungen gegen die Topteams der Liga. „Wir haben schon Punkte geholt, die man nicht für möglich gehalten hat. Das ist in dieser verrückten Liga so, da kann alles passieren. Wir werden nun nicht resignieren, denn wir haben das bislang super gemacht.“

 

HSG Konstanz – TuS Ferndorf 24:26 (13:11)

 

HSG Konstanz: Konstantin Poltrum (9 Paraden), Patrick Glatt (1 Parade) (Tor); Fabian Schlaich (2), Gregor Thomann (2/1), Mathias Riedel (5), Simon Flockerzie (1), Matthias Stocker (4), Michael Oehler, Paul Kaletsch (6/1), Fabian Maier-Hasselmann (1), Felix Gäßler, Tim Jud (2), Chris Berchtenbreiter (1).

Trainer: Daniel Eblen

 

TuS Ferndorf: Kai Rottschäfer (11 Paraden), Richard Meinicke (Tor); Kevin John, Nikola Stojcevski (9/1), Michelin Celestin (3), Jort Neuteboom, Andreas Heyme (1), Volentics (3/1), Julian Schneider (4/1), Marius Kastening, Daniel Mestrum (4), Tim-Oliver Brauer (2), Tim Sartisson.

Trainer: Michael Lerscht

 

Zuschauer: 1300.

 

Schiedsrichter: Dinges/Kirsch

 

Strafminuten (min): 4 Min. (Thomann (17.), Kaletsch (30.)) – 6 Min. (Brauer (20.), Heyme (43.), Celestin (54.))

 

Siebenmeter (T/V): 4/2 (Kaletsch scheitert an Rottschäfer, 23.; Thomann scheitert an Rottschäfer, 53.) – 4/2 (Volentics scheitert an Poltrum, 24., 43.)

 

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