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„Tut verdammt gut“: HSG Konstanz begeistert bei Befreiungsschlag gegen Bad Schwartau

„Tut verdammt gut“: HSG Konstanz begeistert bei Befreiungsschlag gegen Bad Schwartau

Riesiger Jubel nach dem Schlusspfiff: Die HSG Konstanz verdiente sich mit einer mitreißenden Vorstellung gegen den Tabellenfünften Bad Schwartau die Punkte 23 und 24.

 

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – VfL Bad Schwartau 24:21 (11:9)

 

Drei Wochen ist es her, dass die HSG Konstanz an einem einzigen Wochenende den Tabellenzweiten Hüttenberg sowie den Dritten Bietigheim schlagen konnte. Drei harte Wochen später war nun der Tabellenfünfte VfL Bad Schwartau an der Reihe: Mit einem 24:21 (11:9)-Heimsieg gegen den ehemaligen DHB-Pokalsieger gelang der ersehnte Befreiungsschlag und mit nun 24 Punkten der Sprung auf Tabellenplatz elf.

 

Es lief die 57. Spielminute. Ohrenbetäubender Lärm in der Schänzle-Hölle. Mehr als 1300 Fans, die sich längst von ihren Sitzen erhoben hatten, feierten frenetisch ihre Mannschaft, lagen sich minutenlang in den Armen und bejubelten einen sich anbahnenden, ebenso verdienten wie überraschenden Erfolg gegen ein weiteres Spitzenteam. 24:19 prangte es an den Anzeigetafeln – für das junge HSG-Team, das zuletzt richtig schmerzhafte Erfahrungen hatte wegstecken müssen. Dass die weit gereisten Lübecker Vorstädter noch einmal auf 21:24 verkürzen konnten, ehe der Schlusspfiff ertönte, in diesem Moment nur eine kleine Randnotiz, denn die Erleichterung auf der Tribüne und auf dem Spielfeld war greifbar.

 

Richtig gallig wollten sie in das Spiel gehen, hatte HSG-Toptorjäger Gregor Thomann nach der bitteren Pleite bei der HSG Nordhorn-Lingen angekündigt. Das war nicht zu viel versprochen. Mit einer bemerkenswerten, stimmungsgeladenen Atmosphäre im Rücken legte Konstanz los wie die Feuerwehr. Mit ganz viel Leidenschaft, einer enorm aggressiven Deckung und einem überragenden Konstantin Poltrum zwischen den Pfosten. Mit satten 14 Paraden – darunter zwei Siebenmeter – und starken 40 Prozent gehaltener Würfe hielt er seinen Vordermännern den Rücken frei.

 

„Wichtig ist, dass, wenn man die Spiele auf die Kippe bringt, sie auch für sich entscheidet“, erklärte HSG-Cheftrainer Daniel Eblen nach der Partie sichtlich geschafft. Mit spürbarer Erleichterung sagte er: „Und das ist uns heute gelungen.“ Denn, und das war genauso beeindruckend wie der unermüdliche Einsatz der Abwehrchefs Mathias Riedel und vor allem Michael Oehler: die Gastgeber ließen sich an diesem Tag von gar nichts aus der Ruhe bringen. Nicht, als einige Anspiele auf die Außen nicht funktionieren wollten und direkt in den Fängen des Gegners landeten, nicht, als sich schon wieder großes Pech einstellte und die Würfe gleich reihenweise kurios an Pfosten oder Latte landeten und ganz ungute Erinnerungen an das verrückte Spiel gegen Ferndorf wach wurden.

 

Stattdessen dominierte Konstanz zu jeder Zeit das Geschehen und beeindruckte nicht nur mit enormem Einsatz sondern auch beachtlicher Nervenstärke. So nutze Gregor Thomann einen weit bis über die Mittelinie abgeprallten Lattentreffer des VfL Bad Schwartau zu einem blitzschnellen Gegenstoß und Tim Jud sowie wieder Thomann machten in Unterzahl aus einem 5:4 eine 7:4-Führung. Direkt danach: Auszeit von Torge Greve. Der VfL-Trainer war stinksauer. Aber Konstanz kämpfte weiter bis zum Umfallen. Bestes Beispiel: Technischer Fehler der HSG, Tempogegenstoßpass des VfL – doch Mathias Riedel war schneller als alle VfL-Akteure, sprintete zurück und schnappte sich den Ball mit einem Hechtsprung.

 

Eblen atmete, noch voller Adrenalin, tief durch: „Wir haben gehofft, dass das Ergebnis relativ klein bleibt. So sind die einzelnen Tore umso mehr wert und wir haben uns für diesen Fall schon etwas ausgerechnet. Es war richtig schwer, die VfL-Abwehr zu knacken. Wir haben einen überragenden Konstantin gebraucht und haben selbst eine sehr gute Deckung gespielt.“ Wichtig waren für den A-Lizenzinhaber auch drei Tore in der zweiten Welle schon in Hälfte eins. „Die haben uns richtig in das Spiel gebracht.“ Zittern musste er zusammen mit dem stimmgewaltigen Konstanzer Publikum im Hexenkessel Schänzle-Hölle nach dem Seitenwechsel dennoch.

 

Nach 39 Minuten glich Bad Schwartau zum 14:14 aus und erst nach 48 Zeigerumdrehungen hatten sich die Bodenseehandballer durch drei Tore in Folge wieder auf 19:16 absetzen können. Tim Jud war es, der sich trotz heftigen Trikotziehens seines Gegenspielers nicht auf dem Weg zum Tor der Schleswig-Holsteiner aufhalten ließ. Die Gier in den Augen, der Wille und die Entschlossenheit in den Beinen, schleppte er „den Ballast“ kurzerhand einfach mit, riss sich dann los und netzte ein. Die Halle tobte. „Klar, in der zweiten Halbzeit waren ein paar Wackler drin“, gab der HSG-Coach zu, „aber die kann man gegen solch eine Mannschaft auch nicht vermeiden. Wir sind aber cool und locker geblieben und haben die wichtigen Tore gemacht.“

 

So wie Paul Kaletsch. Gerade als es darauf ankam setzte der ganz stark aufspielende Rückraumspieler Akzente, ging voran, riss seine Mitspieler mit und traf – jeweils als Antwort auf Tore der Ostseestädter – zum 20:17 und 21:18. Als Mathias Riedel sich dann mit aller Vehemenz durchsetzte und den Ball zum 23:19 in den Winkel jagte war die Entscheidung gefallen. Der Startschuss für eine rauschende Party auf den Rängen. „Heute sind uns die Big Points gelungen, aggressiv und mit viel Tempo“, strahlte Daniel Eblen. „Diese Punkte sind ganz wichtig.“ Nach schlaflosen Nächten und getrübter Stimmung am Sonntag ist nun die Vorfreude auf den freien Tag groß: „Meine Frau und meine Kinder freuen sich darüber genauso wie ich. Nach einem gewonnenen Spiel ist die Stimmung einfach viel entspannter. So kann man den Sonntag richtig genießen.“ Sprachs und machte sich mit einem Lächeln im Gesicht auf zu seinem Nachwuchs. Mit einer bärenstarken Vorstellung hatte sein Team 1300 Fans ein Lächeln in das Gesicht gezaubert. „Saugeiler Sieg, das tut verdammt gut – vor allem weil es ein richtig gutes Spiel war“, lobte Paul Kaletsch.

 

HSG Konstanz – VfL Bad Schwartau 24:21 (11:9)

 

HSG Konstanz: Konstantin Poltrum (14 Paraden), Patrick Glatt (Tor); Fabian Schlaich (3), Gregor Thomann (5/2), Mathias Riedel (4), Simon Flockerzie (1), Matthias Stocker, Michael Oehler, Paul Kaletsch (7), Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann, Felix Gäßler, Tim Jud (3), Chris Berchtenbreiter (1).

Trainer: Daniel Eblen

 

VfL Bad Schwartau: Marino Mallwitz (5 Paraden), Dennis Klockmann (2 Paraden) (Tor); Toni Podpolinski (1), Rickard Akermann, Markus Hansen (3), Fynn Ranke (5), Bruno Zimmermann (1), Martin Waschul, Sebastian Damm (1), Tim Claasen (1/1), Christoph Wischniewski (1), Christoph Schlichting, Jasper Bruhn (1), Antonio Metzner (7).

Trainer: Torge Greve

 

Zuschauer: 1300.

 

Schiedsrichter: Brodbeck/Reich

 

Strafminuten (min): 6 Min. (Kaletsch (15., 56.), Riedel (23.) – 10 Min. (Podpolinski (8., 42.), Zimmermann (28.), Ranke (33.), Wischniewski (48.))

 

Siebenmeter (T/V): 2/2 – 3/1 (Damm scheitert an Poltrum (6.), Wischniewski scheitert an Poltrum, 12.))

 

 

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