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Ehemaliger Jugend-Nationalspieler für HSG: Wurfgewaltiger Rückraum-Shooter kommt von Drittliga-Rivale

Ehemaliger Jugend-Nationalspieler für HSG: Wurfgewaltiger Rückraum-Shooter kommt von Drittliga-Rivale

Drittliga-Spitzenreiter HSG Konstanz kann nach Kreisläufer Sebastian Bösing (21, TSG Haßloch) den nächsten Neuzugang für die kommende Saison präsentieren: Vom südbadischen Drittliga-Konkurrenten SG Köndringen-Teningen kommt Felix Gäßler an den Bodensee. Der 21-jährige Rückraumkanonier erhält bei der HSG Konstanz zunächst wie Sebastian Bösing einen Dreijahresvertrag bis 30. Juni 2019.

 

Felix, meist mit dem Spitznamen „Gisi“ gerufen, Gäßler – allein der Name ist in Süddeutschlands Handballhallen ein Begriff. So, als ob dieser Spieler schon viele Jahre in den höchsten Ligen mitwirkt und eher am Ende, denn am Anfang seiner Karriere steht. Doch es ist genau umgekehrt. Gerade einmal 21 Jahre ist der gebürtige Lahrer alt – erlebt hat er in seiner noch jungen Handball-Karriere allerdings schon viel. Höhenflüge und unzählige Höhepunkte wie seinen ersten Vertrag beim damaligen Zweitligisten SG Leutershausen im Alter von gerade einmal 18 Jahren, im zweiten A-Jugend-Jahr. Oder etwa diverse Einladungen zu DHB-Lehrgängen der deutschen Jugend-Nationalmannschaft. Aber auch bitterste, einsame Stunden und Monate nach fürchterlichen Rück- und Nackenschlägen.

 

Andre Melchert, Sportlicher Leiter der HSG Konstanz, nennt dann auch dies als einen Grund für seine Verpflichtung: „Felix verfügt trotz seines jungen Alters schon über ein gutes Stück Erfahrung.“ Der zweite: „Dazu ist er ein junger Spieler, der sehr viel erreichen will.“ Das wollte er schon als kleines Kind.

 

Lange kannte sein Weg auch nur eine Richtung: ganz steil nach ganz oben. Mit der SG Ottenheim/Altenheim, seinem Jugendverein, erreichte er in der B-Jugend das Final Four um die deutsche Meisterschaft – und sicherte sich immerhin den Bronzerang. Anschließend ging es mit den Ortenauern in der A-Jugend-Bundesliga weiter – aber nur ein Jahr für Felix Gäßler. Der damalige Zweitligist SG Leutershausen war auf das große Talent mit dem brandgefährlichen Wurf aufmerksam geworden. Mit 17 Jahren folgte der Vertragsabschluss, mit 18, als eigentlich noch in der A-Jugend Spielberechtigter, gehörte er dem Kader des Zweitligisten an.

 

Der 1,93 Meter große, im linken Rückraum beheimatete Rechtshänder wähnte sich am Ziel. Dort, wo er immer hinwollte. Mit drei Jahren war er das erste Mal mit seinem Vater in einer Halle mit der kleinen harzigen Kugel in Berührung gekommen, dann so sagt der Shooter selbst, war es um ihn geschehen. Seine Leidenschaft galt fortan dem Handball. Seine große Liebe zum Handball stellte ihn dann jedoch vor eine große Bewährungsprobe. Noch bevor er sich richtig in der 2. Bundesliga beweisen konnte, zog er sich einen Meniskusriss zu. Ein Rückschlag, aber nicht der schwerste. Es sollte noch schlimmer kommen. Bei der Operation durch einen absoluten Spezialisten gelangten Krankenauskeime in die Wunde. Er klagte über Schmerzen im Knie, dann der nächste Schock. Not-Operation. Danach die Ungewissheit: ist der Keim weg? Muss noch einmal operiert werden? Kann er jemals wieder Handball spielen?

 

Er kann. Und wie. Dank einer Reha wie bei einem Erstligaverein und der großen Unterstützung durch seine Eltern, so Gäßler, kämpfte er sich zurück auf das Spielfeld. Zunächst mit Schwimmen und Krafttraining, später zusätzlich mit Individualtraining. „Mein Ziel war es, stärker als vor meiner Verletzung zurückzukommen“, unterstreicht das ehrgeizige Rückraum-Ass. „Diese Zeit prägt dich, das lässt einen charakterlich schon unwahrscheinlich reifen“, fährt er nachdenklich fort, „aber ich hoffe, dass ich das nie wieder erleben muss.“ Um nach acht Monaten harter Arbeit nach seinem Comeback mehr Spielanteile zu erhalten, wechselte er zum Drittligisten SG Kronau-Östringen II, der Reserve der Rhein Neckar Löwen, und freute sich über Trainingseinheiten zusammen mit den Bundesligaprofis der Löwen – und vor allem über seine guten Spiele im SG-Trikot.

 

Eine Saison später kam er zur SG Köndringen-Teningen. Der nächste Schritt, denn hier avancierte er trotz seines jungen Alters schnell zum Führungsspieler, zu einer tragenden Säule in Abwehr und Angriff. 102 Tore, alle aus dem Spiel heraus, konnte er als drittbester Schütze seines Teams in seiner Premierensaison für die SG erzielen. 80 Feldtore in 21 Partien gehen aktuell in seiner zweiten Saison in Teningen auf sein Konto, damit ist er mit einem Spiel weniger drittbester Feldtorschütze der Breisgauer. Gäßler: „Ich habe mich gerade in der Abwehr noch einmal weiterentwickeln können. Ich wollte es mir selbst beweisen, dass ich eine Führungsrolle übernehmen kann, das ist auch der Anspruch an mich selbst.“

 

Untermauert hat er diese Ansprüche zuletzt auch mit sieben Toren gegen die HSG Konstanz im Südbaden-Derby für seinen jetzigen Verein. „Felix Gäßler hat uns die Bälle im ganzen Tor verteilt“, hatte HSG-Cheftrainer Daniel Eblen damals beeindruckt registriert – die wohl beste Bewerbungsmaßnahme überhaupt. Gäßler lacht: „Das nicht, aber gegen den Spitzenreiter war ich schon heiß. Vor allem aber, weil mir im Hinspiel nur ein Tor gegen Konstantin Poltrum gelungen ist. Das sollte nicht noch einmal passieren und ich wollte beweisen, dass ich auch gegen ihn erfolgreich sein kann.“

 

Seinen harten, platzierten und sehr variantenreichen Wurf führt er auf unzählige Stunden zusätzliches Wurftraining nach dem Jugendtraining zurück. „Da hat sich abgezeichnet, dass mein Wurf etwas härter als bei anderen ist“, erklärt der Shooter lächelnd. Zudem sei viel Wert auf die individuelle Entwicklung der Spieler gelegt worden. Die Zeit in der Reha hat er zudem intensiv zur weiteren Verbesserung von Wurfstärke und -varianten genutzt, den Rhythmus mit täglichem morgendlichem Krafttraining und Mannschaftstraining am Abend hat er bis heute beibehalten. Vorher, in Zeiten unsicherer Zukunft mit der Perspektive Profihandball, hatte er ein Fernstudium in Wirtschaftsrecht begonnen, welches er in Konstanz zunächst fortführen wird.

 

Andre Melchert beschreibt Gäßlers Stärken denn auch demgemäß: „Felix ist ein guter Rückraumspieler, der einen sehr guten Wurf hat, sich aber auch im Eins-gegen-eins durchsetzen kann. Außerdem kann er in der Abwehr im Innenblock decken. Er war uns wegen seiner Leistungen in Kronau, Leutershausen und Köndringen deshalb bestens bekannt und wird auch menschlich gut in unser Team passen.“ Ganz neu wird die Mannschaft in Konstanz auch für den Ortenauer nicht sein, denn in der südbadischen Auswahl hat er bereits mit den Konstanzern Alexander Lauber, Benjamin Schweda und Maximilian Wolf zusammengespielt.

 

Auf die neue Aufgabe in der größten Stadt am Bodensee ist die Vorfreude beim 21-Jährigen nicht nur deshalb schon riesengroß: „Die 2. Bundesliga war schon immer mein Ziel, ich hoffe wir schaffen das zusammen. Ich möchte mir gerne selbst beweisen, dass ich auch in einem solchen Team als Führungsspieler Verantwortung übernehmen kann. Wir haben hier eine super junge, hungrige und talentierte Truppe, die mit viel Spaß agiert, dazu eine der schönsten Städte Deutschlands direkt am Wasser und eine tolle Halle mit super Zuschauerzahlen.“ „Stark“ sei es, wie der Handball in Konstanz ankomme, solche Events wie der Superball mit fast 1900 Zuschauern und einem Besucherschnitt von aktuell 932 Fans pro Partie in der 3. Liga „einfach toll und der Hammer für den Handball.“ Ausschlaggebend für die HSG Konstanz sei somit das Gesamtpaket gewesen. „Es hat schon immer Spaß gemacht, in Konstanz zu spielen. Ich freue mich schon auf das Gefühl vor dieser Kulisse zu gewinnen“, so der Rechtshänder. „Diese Erlebnisse kann mir dann niemand mehr nehmen.“

 

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