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„Das sind die geilsten Spiele“: Fabian Schlaich und Gregor Thomann freuen sich auf heißes Derby

Gregor-Thomann-und-Fabian-Schlaich

In der letzten Saison noch glückliche Mannschaftskameraden, die zusammen viele Erfolge gefeiert haben, am Samstag direkte Gegner im heißen Derby: Gregor Thomann (links) und Fabian Schlaich kennen und schätzen sich.

 

Es ist eines der absoluten Saisonhighlights für beide Fanlager und Vereine. Wenn am Samstag, 19 Uhr, der HBW Balingen-Weilstetten als Erstliga-Absteiger zum ersten Mal nach 2004 die HSG Konstanz zum heißen Derby empfängt, wird die „Hölle Süd“ in Balingen wohl das erste Mal in dieser Saison „ausverkauft“ melden, auch dank einer großen Fanschar in gelb-blau vom Bodensee. Für zwei Spieler bedeutet dies auch persönlich ein ganz emotionales Wiedersehen. Fabian Schlaich trug bis 2013 das HBW-Trikot und ist nun Konstanzer Kapitän. Gregor Thomann hingegen ging den umgekehrten Weg. Das HBW-Eigengewächs wechselte für ein Jahr nach Konstanz, erzielte dort in der vergangenen Spielzeit 223 Treffer und empfahl sich damit für einen Profivertrag und einen festen Platz in der ersten Mannschaft.

 

Ein guter Griff für Balingen auf dem Weg zurück in die stärkste Liga der Welt, denn wie schon in Konstanz ist Thomann auch in Balingen der Torschütze vom Dienst. 63 Treffer in zehn Spielen sind mit Abstand HBW-Topwert. „Ich bin sehr zufrieden“, lacht der Rechtsaußen so auch und sagt nach einem „sehr schönen Jahr bei der HSG“, das nicht hätte besser für ihn laufen können: „Mir macht es unglaublichen Spaß, habe eine tolle Mannschaft und wir kämpfen hier alle für unseren Traum von der ersten Bundesliga.“ Mit 15:5 Punkten fehlen aktuell zwei Zähler zu Rang zwei. Etwas überraschend kam da für Außenstehende der Trainerwechsel vor wenigen Tagen von Rúnar Sigtryggsson hin zu Jens Bürkle, der Rimpar nach oben geführt und zuletzt in Hannover gute Arbeit geleistet hatte. Es herrschte somit zuletzt etwas Unruhe auf der Schwäbischen Alb, doch auch in Konstanz lief der Saisonstart nicht wie erhofft.

 

Zumindest bis zum Spiel gegen Wilhelmshaven vor dem spielfreien Wochenende. Vor allem Fabian Schlaich trug nach der 38:29-Gala gegen Wilhelmshaven ein breites Dauergrinsen über das ganze Gesicht. Der langersehnte Befreiungsschlag, der Sprung auf die Nichtabstiegsplätze und im ersten Spiel nach über zweimonatiger Verletzungspause das erste Tor, stürmisch gefeiert von den eigenen Fans. „Ein sehr schönes Gefühl“, erinnert sich Schlaich. „Es hat unglaublichen Spaß gemacht, wieder mit den Jungs zu zocken, vor dieser tollen Kulisse. Das waren ganz besondere Momente.“ Und wichtig, wie der Linksaußen verrät. „Gerade im Hinblick auf die nächsten schweren Spiele gegen fünf Topteams in Folge“, so der 26-Jährige zum zweiten Erfolg, der nach drei Ein-Tor-Niederlagen „verdammt gut getan und Auftrieb gegeben hat. Wir können nun beruhigter in die nächsten Spiele gehen.“

 

Spiel eins gegen die großen Fünf der Liga hält die wohl größte Brisanz und die meisten emotionalen Verbindungen bereit. Es knistert vor dem Duell der Schwaben gegen die Südbadener. Weniger aufgrund von gewachsener Rivalität, vielmehr in Erwartung eines besonders stimmungsvollen „Lokalkampfes“, in dem sich beide Seiten schätzen und durch viele Verbindungen bestens kennen. Auch wenn Fabian Schlaichs Beziehungen zum Stammverein TV Weilstetten enger als zum HBW sind, so „freut er sich wahnsinnig auf das Kräftemessen. Es erwarten uns eine geile Halle, die richtig voll wird, mit vielen eigenen Fans im Rücken, und ein ambitionierter Erstliga-Absteiger, der unbedingt sofort zurück in die Bundesliga möchte. Das sind die geilsten Spiele.“ Zumal die Familie, Freunde und Bekannte allesamt auf der Tribüne mitfiebern werden. Gregor Thomann geht es nicht anders, auch beim Ex-Konstanzer ist die Vorfreude riesig, denn der Kontakt zu Fans und Spielern der HSG ist nach wie vor eng. „Ich verfolge den Weg der HSG weiter intensiv und freue mich immer, wenn es Punkte gibt“, sagt der 25-jährige Linkshänder verschmitzt. „Vor allem bei den vielen knappen Spielen, gerade gegen unsere direkte Konkurrenz, war viel Pech dabei. Das ist natürlich für uns alle sehr schade.“

 

Ob es nun ein Vorteil ist, dass die Konstanzer Schlussmänner Konstantin Poltrum und Stefan Hanemann sowie Gregor Thomann sich und die jeweiligen Stärken und Schwächen kennen? Thomann umschifft die Frage elegant und antwortet mit Humor: „Keine Ahnung, ich hoffe ich bin es, der nach dem Spiel lacht.“ Denn, so gibt er offen zu, für ein Team, das ganz oben mitspielen möchte, ist der Sieg gegen Konstanz trotz oder gerade wegen der Unruhe im Verein fast schon Pflicht. „Wir müssen gewinnen, auch wenn es sehr schwer wird“, sagt der Torjäger und schiebt hinterher: „Aber unterschätzen werden wir Konstanz auf keinen Fall. Es gab viele Verletzte und es hat nicht viel zu wesentlich mehr Punkten gefehlt.“ Auch auf Balinger Seite fiebert man dem Derby, das mit zwei enthusiastischen Fangruppen viel Gänsehautatmosphäre verspricht, entgegen. Darauf freut sich Thomann besonders: „Es herrscht sehr große Freude bei mir und bei uns allen. Die Halle wird voll, beide Vereine haben tolle Fans. Das wird ein tolles Handballspiel mit super Stimmung.“ Nach nur fünf Monaten nach seinem Wegzug aus der größten Stadt am Bodensee steht für ihn fest: „Für mich wird es eine besondere Situation gegen so viele bekannte Gesichter zu spielen, ein cooles Spiel.“

 

Aussagen, die Fabian Schlaich nur unterschreiben kann. Zwar sieht er den Druck klar auf Balinger Seite, aber Ziel sei „ein gutes Spiel zu machen. Wir wollen schon sehen, wie wir reingreifen können und was wir reißen können. Und unsere Chance nutzen, falls sich tatsächlich eine bietet.“ Denn ganz chancenlos sieht er sein Team nicht – sofern es gelingt, die zuletzt guten Leistungen zu wiederholen und vielleicht über sich hinauszuwachsen. Bestes Beispiel: in der letzten Saison konnte Konstanz alle Teams aus den Top sechs bis auf Meister Lübbecke mindestens einmal bezwingen und sah in diesen Spielen fast immer sehr gut aus. 100 Prozent abrufen, in der Abwehr zupacken und dann Druck auf den Gegner aufbauen, das schwebt dem schmerzlich vermissten Leistungsträger vor. „Ich sehe nicht nur die Mini-Chance. Wir müssen unser Optimum leisten, wenn der HBW dann besser ist, okay. Aber zuerst werden wir an uns und unsere Möglichkeiten glauben und alles dafür reinwerfen.“

 

Anders als man das in Balingen bewertet, sieht Schlaich den HBW durchaus im Soll. In der Ausrichtung sind sich beide Teams, die vornehmlich – und auf Konstanzer Seite fast ausschließlich – auf junge Talente setzen, sehr ähnlich. Die großen Träume aber könnten kaum unterschiedlicher sein. Balingen-Weilstetten möchte mit Macht und sofort zurück in die stärkste Liga der Welt, für die HSG Konstanz zählt nur der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. „Ich würde es vor allem Gregor wünschen“, meint Fabian Schlaich, „dass der Traum Bundesliga in Erfüllung geht. Er bestätigt das, was er bei uns gezeigt hat und ist zweifellos einer der besten Rechtsaußen der Liga. Ich denke der HBW holt sich Rang zwei.“

 

Gregor Thomann wünscht seinem Ex-Verein ebenfalls nur das Beste und ist vom Potenzial in einem der jüngsten Aufgebote der zweiten Liga überzeugt. „Es wird reichen“, entgegnet er auf die Frage nach den Chancen der HSG, das Saisonziel Klassenerhalt erreichen zu können. „Sie haben eine tolle Heimhalle, wo sie die Punkte holen werden. Dazu einen breiten Kader, der bei 38 Saisonspielen noch ganz wichtig und entscheidend werden wird.“ Kurze Pause, nachdem das „sie“ noch etwas ungewohnt über die Lippen geht, dann: „Ich drücke die Daumen – ab Sonntag.“ Vorher werden sich Fabian Schlaich und Gregor Thomann als Links- und Rechtsaußen ganz nahe kommen. Einer im gelben Trikot, einer im blauen. Und nach 60 Minuten hartem Kampf gegeneinander werden sie sich am Ende wieder in den Armen liegen. Einer mit einem Lächeln, der andere vermutlich etwas enttäuscht – aber schon kurz darauf immer mit einem gedrückten Daumen für den anderen in der Hosentasche. Bis zum 14. April 2018, dem Rückspiel in der „Schänzlehölle“.

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