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Sieger des Abends sind die Fans: Im Derby „ohne Mumm, sich den Hintern aufzureißen“ – von stattlichem Fanblock dennoch gefeiert

Benjamin-Schweda-HSG-Konstanz-Balingen

Hoffnungsschimmer in der Schlussphase: Benjamin Schweda traf in den letzten Minuten dreimal und sorgte für etwas frischen Wind.

 

2. Handball-Bundesliga:

HBW Balingen-Weilstetten – HSG Konstanz 32:22 (16:9)

 

Zum ersten Mal in dieser Saison ausverkaufte Sparkassen-Arena, insgesamt 2350 Fans, darunter eine stattliche Zahl aus Konstanz, fantastische Derbystimmung – das Duell zwischen dem HBW Balingen-Weilstetten und der HSG Konstanz wurde zu einem süddeutschen Handball-Fest. Für die HSG Konstanz blieb dabei jedoch weitgehend nur die Rolle des Statisten, denn nicht die 22:32 (9:16)-Niederlage beim weiter unter Erstliga-Bedingungen arbeitenden Bundesliga-Absteiger an sich, schon etwas mehr die Höhe aber vor allem die Art und Weise ihres Zustandekommens enttäuschte auf ganzer Linie.

 

Bemerkenswert war die Reaktion im prall gefüllten Gäste-Fanblock. Obwohl die eigene Mannschaft schon nach 39 Minuten mit zehn Toren in Rückstand lag, wurde sie ohne Unterlass gefeiert, das Lied der Fischern vom Bodensee geschmettert und „Ohne Konstanz wär‘ hier gar nichts los“ angestimmt. Zeitweise hatten die Konstanzer Anhänger die Halle fest im Griff, obwohl ihre Lieblinge wenig zur Partystimmung im Fanblock beitragen konnten. Denn anders als auf der Tribüne dominierte von Beginn an nur und eindeutig der HBW Balingen-Weilstetten. Gerade einmal acht Minuten waren gespielt, da hatten die „Gallier von der Alb“, gestützt auf eine sichere Deckung und einen starken Schlussmann Tomáš Mrkva, mit Vollgas-Handball auf 6:1 gestellt.

 

Konstanz hatte dazu jedoch geradezu eingeladen. „Wir hatten von Anfang an Probleme, ein Bein auf das Parkett zu kriegen“, gestand HSG-Cheftrainer Daniel Eblen. „Ich denke es lag vor allem an unserer nicht besonders starken Angriffsleistung, oder drehen wir es um, an der starken Abwehrleistung der Balinger.“ Damit hatte der A-Lizenzinhaber zweifellos recht, doch der Knackpunkt waren vor allem „viel zu viele technische Fehler, die wir direkt wieder aus dem eigenen Tor rausholen konnten“, wie Eblen fortfuhr.

 

Reihenweise, teilweise kurz hinter der Mittellinie, ging der Pass zum Mitspieler weit an diesem vorbei und das gefährliche Tempospiel der Hausherren wurde geradezu befördert. Bestes Negativ-Beispiel: Zum Start in Durchgang zwei standen in vier Minuten fünf technische Fehler auf Gästeseite zu Buche. Natürlich musste die HSG im Kampf um den Klassenerhalt bei einem heißen Aufstiegskandidaten zum wohl denkbar ungünstigsten Zeitpunkt beim Debüt des neuen Trainers Jens Bürkle antreten, Mannschaft und Umfeld des HBW waren deshalb besonders motiviert und unter Strom, aber die Gegenwehr der Gelb-Blauen vom Bodensee war an diesem für die Konstanzer rabenschwarzen Tag einem Derby nicht immer entsprechend. So selbstkritisch und zerknirscht zeigte sich das junge Gästeteam auch nach dem Abpfiff. Sebastian Bösing meinte stellvertretend: „Wir haben es direkt zu Beginn versäumt, den Kampf richtig aufzunehmen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir aggressiv genug in der Abwehr waren, was gegen Wilhelmshaven noch überragend geklappt hat. Dass man dann gegen solch einen Gegner nicht mithalten kann, ist klar. Die Köpfe waren viel zu früh unten.“ Und Benjamin Schweda wurde noch deutlicher: „Der entscheidende Pass hat immer gefehlt, dazu viel zu viele Fehler. Wir hatten nicht den Mumm, uns den Allerwertesten aufzureißen.“

 

Nach 20 Minuten jubelte so Gregor Thomann nach einem verwandelten Siebenmeter – zum 11:4 für seinen neuen Klub Balingen. Als, so Daniel Eblen, beim Stand von 13:8 „etwas das Momentum auf unserer Seite war“, und die HSG „etwas dran war“, nachdem Konstantin Poltrum im Spiel war, machte sich die größte Konstanzer Schwäche an diesem Abend wieder bemerkbar. „Wir haben dann innerhalb von 55 Sekunden drei Bälle verloren, die wir wieder aus dem eigenen Tor holen konnten.“ Egal, wer auf dem Feld stand, was Daniel Eblen auch probierte, es wollte den Bodensee-Handballern einfach nichts gelingen. Weder eine Abwehrumstellung noch zahlreiche Positionstäusche oder personelle Wechsel brachten die Wende. Bis auf zwölf Tore wuchs der Vorsprung der Schwaben nach der Pause, ehe die HSG noch einmal auf 21:29 (57.) verkürzen konnte. Die Statistik schrieb den Konstanzern die Defizite klar in das mangelhafte Zeugnis. Nur fünf aus dem Spiel heraus erzielte Feldtore in den ersten 45 Minuten. Das gab es so wohl noch nie.

 

Trotzdem feierten Balinger und – mindestens genauso enthusiastisch – die Konstanzer Fans. HBW-Geschäftsführer Wolfgang Strobel bedauerte später dann auch, dass, „wenn man das sieht, nicht alle zwei Wochen ein Derby ist. Das war eine überragende Stimmung in der Arena, auch das Feeling war durch die zahlreiche Unterstützung aus Konstanz ganz besonders. Es war ein Derby, das sehr, sehr fair aber auch wunderschön war.“ Klarer Sieger an diesem Abend waren die von allen Seiten gelobten Konstanzer Fans, die mit ihrer ebenso fairen wie beeindruckenden Unterstützung ihrer Mannschaft vom Betreten der Halle bis weit nach Schlusspfiff für Gänsehaut gesorgt hatten. „Schade für die Fans“, so Sebastian Bösing sichtlich angefasst. „Vielen Dank für die geile Unterstützung – einfach überragend, mehr muss man dazu nicht sagen. Solche Fans kann man sich nur wünschen.“ Tief enttäuscht, dass es nicht gelungen sei, einen richtigen Kampf zu bieten, zeigte der Kreisläufer sich ebenso tief beeindruckt vom Support: „Umso geiler, dass sie trotzdem so hinter uns stehen und hier trotzdem eine geile Party gemacht haben.“

 

Schon am Freitag, 20 Uhr, steht der HSG Konstanz das nächste Baden-Württemberg-Derby gegen die SG BBM Bietigheim ins Haus, dann vor der eigenen, sicher gut gefüllten „Schänzlehölle“.  „Dann muss jeder wieder an seine Stärken glauben“, appelliert Bösing, „da kann sich keiner rausnehmen, wir sind eine Mannschaft. Für das Spiel in Balingen gibt es keine Ausreden. Natürlich war der Gegner besser, aber wir dürfen relativ früh nicht so die Köpfe hängen lassen. Gegen Bietigheim werden wir uns anders präsentieren.“

 

HBW Balingen-Weilstetten – HSG Konstanz 32:22 (16:9)

 

HBW Balingen-Weilstetten: Marouèn Maggaiz, Tomáš Mrkva (Tor); Simen Schønningsen (6), Christoph Foth (1), Tobias Wagner, Matthias Flohr (1), Jannik Hausmann (3), Gregor Thomann (6/2), Tim Nothdurft (1), Daði Runarsson, Oddur Grétarsson (2), Martin Strobel (2), Markus Stegefelt (6), Markus Dangers, Jona Schoch (3), Valentin Spohn (1).

Trainer: Jens Bürkle

 

HSG Konstanz: Konstantin Poltrum, Stefan Hanemann (Tor); Fabian Schlaich, Benjamin Schweda (3), Mathias Riedel (1), Tom Wolf (1), Paul Kaletsch (9/8), Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann (1), Felix Gäßler, Tim Jud (5), Chris Berchtenbreiter (1), Maximilian Schwarz, Sebastian Bösing, Felix Klingler (1).

Trainer: Daniel Eblen

 

Zuschauer: 2350 in der Sparakssen-Arena (ausverkauft).

 

Schiedsrichter: Ronny Dedens und Nico Geckert aus Magdeburg.

 


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