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Berufsbedingter Abschied: Eigengewächs verlässt HSG Konstanz

Berufsbedingter Abschied: Eigengewächs verlässt HSG Konstanz

Er ist einer dieser ganz besonderen Mannschaftsspieler, einer, der den Teamgedanken zu 100 Prozent lebt, sich nie in den Vordergrund drängt, sondern immer das große Ganze im Blick hat – und nicht nur deshalb so wertvoll für jede Mannschaft ist. Die Rede ist von Kai Mittendorf, Abwehrchef der HSG Konstanz. Groß geworden in der eigenen HSG-Jugend, später selbst jahrelang im Jugendbereich der HSG Konstanz aktiv, wird es am Samstag nach dem letzten Heimspiel der Saison trotz großer Meisterfeier einen emotionalen, schmerzhaften Abschied geben. Nach neun sehr erfolgreichen Jahren wird der 23-Jährige die HSG Konstanz verlassen.

 

Ein Verlust, der keine sportlichen Gründe hat, sondern allein der beruflichen Zukunft von Kai Mittendorf geschuldet ist, wie er selbst betont. Nach Abschluss seines Sportwissenschaftsstudiums zieht es den gebürtigen Konstanzer nach Freiburg. Dort wo seine Freundin lebt, möchte er sich als Sporttherapeut verwirklichen. „Klar macht es der Aufstieg nicht gerade leichter, aber meine Entscheidung stand auch schon länger fest“, sagt der 1,88 Meter große Abwehrspezialist, der auch in der Offensive ein echter Allrounder ist und sowohl als Spielmacher als auch als Kreisläufer große Dynamik in das Spiel der HSG gebracht hat. Unter anderem in der A-Jugend-Bundesliga, der zweiten Mannschaft, mit der er drei Aufstiege feiern konnte, und auch im Drittliga-Team war er seit 2007 immer so etwas wie „Mister Zuverlässig“. Immer dort wo man ihn brauchte, immer mit vollem Einsatz und voller Leidenschaft. Ruhig, aber sehr zielstrebig und ein extrem kluger Spieler – so schätzen ihn seine Mitspieler.

 

Im Moment seines größten Erfolges, der Süddeutschen Meisterschaft und des Aufstieges in die 2. Bundesliga, wird er dem Beruf volle Priorität einräumen. Mittendorf: „Ich werde definitiv kürzer treten, irgendwo unterklassig mittrainieren aber sicher auf absehbare Zeit nicht mehr auf diesem Niveau Handball spielen können. Zunächst brauche ich etwas Abstand, um beruflich Fuß fassen zu können. Über einen neuen Verein habe ich mir deshalb auch noch gar keine Gedanken gemacht.“ Eine Entscheidung, die Andre Melchert als Sportlicher Leiter der HSG Konstanz verstehen kann, die ihn dennoch etwas traurig macht: „Es ist sehr schade, dass wir einen Spieler wie Kai verlieren. Ich habe Kai seit der C-Jugend betreut und habe ausschließlich positive Erfahrungen mit ihm gemacht.“ Melchert lobt, wie so viele, die mit ihm spielen durften, seine positive Einstellung und seinen ganz besonderen Mannschaftsgeist: „Kai stellt den Erfolg der Mannschaft und des Vereins immer vor seine persönlichen Interessen. Dies ist eine Eigenschaft, die man ihm gar nicht hoch genug anrechnen kann. Ich wünsche Kai von ganzem Herzen nur das Beste.“

 

HSG-Präsident Otto Eblen stellt Kai Mittendorf darüber hinaus das beste Zeugnis aus: „Er war immer da, wenn wir Hilfe brauchten. Besonders dankbar bin ich ihm für seinen Einsatz in der Jugendarbeit. Kai ist ein echtes Vorbild für unsere Jugend und wir verlieren ihn sehr ungern. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, irgendwann wird er wieder zu uns zurückkehren, auch wenn es Jahre dauert. Darauf freue ich mich bereits. Die Erfolge der HSG in den letzten Jahren sind eng mit seinem Einsatz und seiner Bereitschaft sich einzubringen verbunden. Von Herzen alles Gute für deine Zukunft, lieber Kai.“

 

Kai Mittendorf empfindet Wehmut beim Gedanken an den Abschied und geht von emotionalen Momenten am Samstag aus, wenn sein Name vor ganz großer Kulisse ein – zumindest vorerst – letztes Mal mit Inbrunst von den vielen fantastischen HSG-Fans intoniert werden wird. „Meine ganze Familie wird auf der Tribüne sitzen, auch meine Großeltern aus Osnabrück werden extra anreisen – da werde ich sicher das ein oder andere Mal schlucken müssen“, sagt er leise. Er geht mit großer Dankbarkeit, wie er immer wieder sagt. „Das sehr familiäre Umfeld bei der HSG ist fantastisch“, fährt er fort, „jeder hilft dir sofort bei Problemen, jeder hat ein offenes Ohr für dich. Man fühlt sich hier sehr verbunden, auch dank des tollen Teams und Zusammenhalts innerhalb der Mannschaft. Dazu kommt diese unglaubliche Leidenschaft, die hier alle im Umfeld tagtäglich leben.“

 

Gerade als A-Jugendlicher schon früh die Chance im Drittliga-Team erhalten zu haben wird er nicht vergessen. Ebenso wenig wie die Unterstützung von Matthias Faißt, Oliver Junker und Simon Flockerzie, die ihm immer mit Rat und Tat zur Seite standen. „Ich habe viele Tipps bekommen und konnte mir viel abschauen. Zuletzt habe ich selbst auch versucht, wieder etwas davon weiterzugeben.“ Der HSG Konstanz drückt er für die Zukunft ganz fest die Daumen und wird „immer vor dem Liveticker mitfiebern“. „Die HSG hat sich gut verstärkt, ich werde die Daumen für den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga drücken. Bei unserer zweiten Mannschaft hat man bereits gesehen, was mit der Euphorie des Aufstieges für Überraschungen möglich sind.“ Dass er sich nun als Drittliga-Meister verabschieden kann, hätte er nicht für möglich gehalten. „Unerwartet“ kam der große Erfolg für Kai Mittendorf – und sei „nicht zu toppen“. Zuletzt ist ihm wichtig, sich bei allen zu bedanken, die ihm seinen Weg ermöglicht haben, angefangen bei HSG-Präsident Otto Eblen, Cheftrainer Daniel Eblen, Andre Melchert sowie dem Mannschaftsverantwortlichen Dr. Thomas Binninger – und nicht zuletzt den Fans. „Mit dieser unfassbaren Stimmung in der „Schänzle-Hölle haben sie uns von Sieg zu Sieg getragen. Ich werde es sehr vermissen, hier unten auf dem Spielfeld zu stehen und ihre Unterstützung zu spüren.“

 

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